Justizministerin Simonetta Sommaruga drohte letztes Jahr Tausenden von vorläufig aufgenommenen Eritreern im Rahmen einer Überprüfungsaktion mit der Ausweisung aus der Schweiz.

Nun zeigt sich: Die aufwendige Aktion hat so gut wie nichts gebracht.

Das Migrationsamt hat mittlerweile die Akten von 2400 von 3200 vorläufig aufgenommenen Eritreern überprüft. Nur in 14 Fällen entzog die Behörde das Bleiberecht, wie die SonntagsZeitung schreibt. Das entspricht einem halben Prozent.

Es gebe «verschiedene Faktoren», die einen Rückreisebefehl unzumutbar machen, sagt SEM-Sprecher Daniel Bach, «unter anderem die fortgeschrittene Integration dieser Menschen, wenn zum Beispiel die Kinder einer Familie hier in die Schule gehen».

Eritreer sind die mit Abstand grösste Flüchtlingsgruppe in der Schweiz. 37’000 leben hier. Für den freisinnigen Ständerat Philipp Müller ist klar: «Man sollte ausnahmslos alle vorläufig aufgenommenen Eritreer wegweisen.»

Ganz anders sieht es SP-Nationalrat Cedric Wermuth: Man dürfe «Eritreer, die bereits viele Jahre hier sind, nicht mehr einfach in ihre Heimat zurückschicken». Die vorläufige Aufnahme sei der Situation dieser Menschen nicht mehr angemessen. «Es würde den Staat weniger kosten, wenn man ehrlich wäre, diese Eritreer integrieren würde, und ihnen ein unbefristetes Aufenthaltsrecht gäbe. Zurückschaffen könne man sie ja ohnehin nicht.