Sie werde die Probleme sachlich und klar benennen, versprach die neue Justizministerin. Gewalt habe Gründe, und die Ursachen für Jugendkriminalität seien komplex. Es gelte die Probleme bei der Wurzel anzupacken. Integration sei ein Schlüsselelement einer vorsorgenden Sozialpolitik. Ziel sei es, Armut und Arbeitslosigkeit zu mindern.

Sie verfolge die Vision einer Gesellschaft, die alle Menschen einbinde und teilhaben lasse - mit allen Rechten und Pflichten, sagte Sommaruga.

"Ein wenig - sagen wir - überrascht"

"Ich selber war nach der Departementsverteilung ein wenig - sagen wir - überrascht", sagte Sommaruga. Doch schon einmal, im Könizer Gemeinderat, sei ihr ein Departement zugeteilt worden, dass nicht ihr Wunschdepartement gewesen sei.

Sie sei mehr als zuversichtlich, dass sie auch mit Polizei und Justiz schnell warm werde. Das EJPD sei schliesslich Hüter des Rechtsstaates, was eine zentrale und wichtige Aufgabe sei.

Sie sei zudem froh, endlich persönlich das Konsumentenrecht an die Hand nehmen zu können. Und mit dem Patentrecht sei das Thema Geistiges Eigentum in sozialdemokratischer Hand. Sterbehilfe, Elterliches Sorgerecht, Parteienfinanzierung und Lohngleichheit seien weitere wichtige Themen in ihrem Departement.

Das EJPD spiele zudem bei vielen Dossiers aus anderen Departementen eine wichtige Rolle. Sie denke da an das Thema USA-UBS.

Ihre detaillierten Vorstellungen zu den Schwerpunkten werde sie in 100 Tagen darlegen, versprach die neue Justizministerin.

Für Gegenvorschlag zur Ausschaffungsinitiative

Sommaruga sprach sich im weiteren für den Gegenvorschlag zur Ausschaffungsinitiative aus, und zwar wegen dem Integrationsartikel. Die Ausschaffungsinitiative sei abzulehnen, denn bei einer Annahme drohe staatliche Willkür.