Solothurn

Noch 177 Unfälle sind im letzten Jahr auf Stadtgebiet passiert. Das klingt unerfreulich. Doch statistisch verbirgt sich dahinter eine sehr positive Bilanz: Gegenüber den Vorjahren krachte es deutlich weniger und vor allem - gab es auch 2008 keinen einzigen Todesfall.

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Mit nur noch fünf gegenüber zwölf Ereignissen ist eine Unfallsparte stark zurückgegangen, die noch 2007 für viel Gesprächsstoff gesorgt hatte: jene im Kreisel. «Es ist erstaunlich, wie gut die Leute heute Kreisel fahren», meint Konrad Müller, der dieses Phänomen auch auf eine von der Stadtpolizei lancierte Plakataktion zurückführt.

Kinder und das Bipperlisi

Wichtig ist für den Verkehrsinstruktor der Stadtpolizei (vgl. unten) jeweils auch, dass wie letztes Jahr keine Schulwegunfälle in der Statistik auftauchen. Ganz ungeschoren kamen Kinder jedoch nicht davon. Nebst den unten erwähnten Unfällen kollidierte an der Weissensteinstrasse eine Schülerin mit einem Auto, als sie auf dem Trottoir fahrend in eine Einfahrt einbog, wo ihr ein Auto entgegenkam. Und gleich zwei Kinder von drei involvierten waren am 8. Oktober betroffen, als sie zusammen mit ihrer erwachsenen Begleitperson beim Fussgängerübergang Rötistrasse mit dem Bipperlisi kollidierten.

Ansonsten konnte die Aare Seeland mobil zumindest auf Stadtgebiet eine Halbierung der Bahn-Unfälle von sechs auf noch drei im letzten Jahr konstatieren. Einen speziellen Unfall mit einem jungen Burschen, der allerdings nicht in Solothurn wohnt, erwähnt Konrad Müller noch: «Er war auf einer abschüssigen Strasse nachts ohne Beleuchtung und dunkel gekleidet auf seinem Trottinett unterwegs. Als ein Personenwagen auftauchte, konnte er nicht mehr bremsen und stiess mit dem Auto zusammen.»

Euro 08 blieb nicht folgenlos

Eine Unfallsparte dürfte 2009 sicher kein Thema sein, sondern erst wieder im WM-Jahr 2010: Während der Fussball-Europameisterschaften kam es zu drei Unfällen «von Korsofahrern» wie die Statistik von Konrad Müller nüchtern festhält. Um Schweizer dürfte es sich dabei allerdings kaum gehandelt haben...

31 der 177 Unfälle waren ohnehin reine Bagatell-Ereignisse wie Parkschäden, Kollisionen mit festen Objekten oder leichte Streifkollisionen. Rekordhalter sind bei den Ursachen die 38 Auffahrunfälle nebst 35 Schleuder- und Selbstunfällen. Den dritten Rang belegen die 32 Unfälle mit Richtungswechsel. Verblüffend vielleicht noch, dass es gleich fünfmal auf Kreuzungen krachte, die mit Lichtsignalanlagen gesichert sind. Dies alles ergab zuletzt eine stolze Sachschadensumme von sage und schreibe fast 821 000 Franken.

Velofahrer nicht immer unschuldig

Bei den sieben Unfällen mit Fussgängern war nur einem eine Mitschuld zuzuordnen. Anders sieht es bei den Velofahrerinnen und Velofahrern aus. «Sie sind keineswegs stets unschuldig», beobachtet Konrad Müller - bei 32 Velounfällen im letzten Jahr musste gleich 18 Lenkern ein «fehlerhaftes Verhalten» vorgeworfen werden, wie die Statistik festhält. Die meisten Unfälle passieren tagsüber, so waren es letztes Jahr 118, während es nachts «nur» 51-mal krachte und in der Dämmerung 8-mal.

Überraschend auch die Erkenntnis, dass es nur bei 24 Unfällen regnete und sogar nur bei einem schneite. Besonders erstaunlich aber ist der Rückgang der Unfälle unter Alkoholeinfluss: 2006 waren es noch deren 20, im vorletzten Jahr immerhin 16 und 2008 nur noch 6 Ereignisse. Wobei Müller relativiert: «Das waren diejenigen, die man erwischt hat.» Aber insgesamt stellt der Polizeibeamte den Verkehrsteilnehmern ein gutes Zeugnis aus. «Und positiv dürfte sich auch die Abnahme der Baustellen ausgewirkt haben.» (mz/ww/aen)