Mindestens 194 Parkplätze soll es umfassen, 39000 Franken soll einer davon bei einem Kauf kosten – bei Miete wären es 220 Franken im Monat. Das sind wohl jene Eckdaten, welche die Innenstadtbewohner und Liegenschaftenbesitzer der Altstadt am meisten interessieren, wenn sie sich mit der schriftlichen Anfrage des Stadtbauamtes befassen.

Die «Marktchancen» sollen mit der Befragung abgecheckt werden, wobei man Wert darauf legt, dass sich bis Ende April auch jene räuspern, die kein Interesse an einem neuen, unterirdischen Parkplatz haben, der dem Besitzer oder Mieter auch wirklich gehört.

Kauf statt Aktienerwerb

«Der Erwerb bietet einen Mehrwert für Altstadt- und Innenstadtliegenschaften», wirbt das Stadtbauamt für einen Neubau. Wird doch ein neu gekaufter als erstellter Parkplatz bewertet, was den bisher zu entrichtenden Ersatzbeitrag von acht Aktien zu je 4000 Franken der Parking AG nicht mehr nötig machen würde. «Bisherige Aktieninhaber können den neuen Parkplatz zwar nicht irgendwie verrechnen, aber theoretisch könnten sie dafür ihre Aktien verkaufen. Oder aber ihre Liegenschaft ohne einen neuen (Zwangs-)Aktienkauf ausbauen», erklärt Werner Stebler, Leiter Stadtbauamt.

Auch die Parking AG zeigt Interesse

Sollte im Mai die Auswertung ein genügend grosses Interesse am so genannten Parkhaus Chantierwiese ergeben, würde es «möglichst rasch geplant und realisiert», wie das Stadtbauamt versichert.

Im Juni müssten allerdings noch nähere Abklärungen zu der eigentlichen Bau-Trägerschaft erfolgen. «Die Parking AG Solothurn zeigt durchaus Interesse, sich zu beteiligen», relativiert Werner Stebler frühere, eher negative Feedbacks aus dem Parking-AG Verwaltungsrat zur Beteiligung an einem vierten Solothurner Parkhaus.

In der AG, die bei allen drei städtischen Parkhäusern (Berntor, Eröffnung 2005, Baseltor 1991 und Bieltor 1976) als alleiniger Investor aufgetreten ist, besitzt die Einwohnergemeinde zwar den Status des Hauptaktionärs, aber statutarisch festgelegt nur einen Drittel der Stimmkraft.

Weitere grössere Aktienpakete neben vielen privaten Kleinaktionären halten die Platzbanken und insbesondere auch das Warenhaus Manor. Beim letzten Grossvorhaben, dem 2002 begonnenen Bau des Parkhauses Berntor unter dem Dornacherplatz hatte es innherhalb der Privataktionäre in der Planungsphase Widerstand gegeben.

Die beste von vielen Optionen

Mit dem Wiederaufflackern der Diskussion um die Schaffung von Anwohnerparkplätzen im Bereich Riedholzplatz, Zeughaus- und Franziskanerplatz hatte eine durch die Stadt lancierte Arbeitsgruppe den Parkplatz-Bestand und -Bedarf in der Innenstadt abgeklärt. Im Schlussbericht wurde ein Parkplatz-Defizit vor allem für die Innenstadtbewohner erkannt.

Der Gemeinderat beauftragte nun das Stadtbauamt, die Möglichkeiten zur Schaffung von 200 bis 300 Parkplätzen in Miete oder Eigentum abzuklären. Ein wichtiges Kriterium war dabei die Möglichkeit einer separaten, rückstaufreien Ein- und Ausfahrt.

Als beste Option erwies sich schliesslich am Standort unter der Chantierwiese ein Andocken ans bestehende Parkhaus Baseltor. Der Anbau kann mit einer separaten Zuund Ausfahrt im Süden, von der Werkstrasse her, optimal erschlossen werden. Diesen Variantenentscheid fällte der Gemeinderat vor einem Jahr, Alternativen am Postplatz, City-Parkplatz, westlich des Konzertsaals und im (respektive unter dem) Museumspark wurden damit verworfen.

Zum Parkhaus Chantierwiese – es gab zu diesem Standort allein sieben Varianten – hätte wieder der Gemeinderat das letzte Wort. Müsste doch vorgängig zur Planung ein Nutzungsplan mit Umweltverträglichkeitsbericht aufgelegt werden. (mz/ww/fhe)