Maifeier

Solidarität – sogar mit dem Wels

Aufmarsch der Jungen Mehr als sonst zeigten auch Jugendliche auf den Solothurner Strassen Flagge. (Bild: Oliver Menge)

Umzug

Aufmarsch der Jungen Mehr als sonst zeigten auch Jugendliche auf den Solothurner Strassen Flagge. (Bild: Oliver Menge)

Rund 450 Personen nahmen gestern am traditionellen 1.-Mai-Umzug durch Solothurn teil. In den verschiedenen Reden wurde insbesondere von jungen Teilnehmern auch die Jugendarbeitslosigkeit thematisiert.

Wolfgang Wagmann

«Bildung für alle statt Millionen für wenige» war nur ein Slogan für das Thema, das im Mittelpunkt der diesjährigen 1.-Mai-Feier stand: die Wirtschaftskrise und ihrer Folgen. Das Motto müsse heissen «Wir bezahlen Eure Krise nicht!» meinte schon der erste Redner, der Historiker Hans Schäppi, Präsident des Solifonds, vor der Jugendherberge. Es sei nötig, dass «der 1. Mai wieder ein Kampftag wird», denn die Prognosen für die Wirtschaft seien nicht gut, und insbesondere die Pensionskassen stünden vor wachsenden Problemen. «Alles Mögliche ist schuld an der Krise, nur nicht das System», prangerte Schäppi nicht als einziger das «neoliberale Regime» und dessen Auswirkungen an.

Forderungen der Jugend

Stark vertreten war nicht nur wie immer der Kurdische Kulturverein mit eigenen Rednerinnen und Rednern, sondern auch die linke Jugend von Solothurn. Während die Juso-Mitglieder ganz vorne im Umzug mitmarschierten, formierten sich junge Grüne, die Aktionsgruppe Antira Soletta und die Assi-Crew mit eigenen Transparenten und Fahnen in einem speziellen Block ganz hinten. Gleich zwei Redner setzten sich für Arbeit und Bildung der Jugend ein und forderten die «Abschaffung des kapitalistischen Systems.» Darin eingebettet waren auch lokale und leicht abstruse Forderungen wie «Solidarität mit dem Wels!» oder nicht ganz neu diejenige nach einem Autonomen Jugendzentrum AJZ. In schriftlicher Form verteilt, wurde nach einem Ort verlangt, wo sich «Jugendliche ohne Konsumationszwang aufhalten, treffen und austauschen können».

Eher «Klassiker» bei den Rednern waren SP-Gemeinderat Adrian Würgler, der sich für die Ergänzungsleistungen, über die am 17. Juni abgestimmt wird, stark machte, und Beat Jost, Regionalsekretär der Unia Biel-Seeland. «Wir müssen uns empören», befand der Gewerkschafter und zwar «gegen die globale Rücksichtslosigkeit und Profitgier.» Der Neoliberalismus sei keineswegs am Ende, «das Monster stapft weiterhin durchs Land und richtet Schaden an», meinte Jost. Insbesondere sah er aber sozialen Sprengstoff in der Entwicklung, dass «bald jeder zehnte Jugendliche ohne Job dasteht». Der Bund müsse deshalb eine «schweizerisch ausgerichtete Industriepolitik» betreiben schloss Jost mit dem 1.-Mai-Evergreen: «Es lebe die Solidarität!»

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