Schweiz

Solidarité sans frontières fordert Schutzmassnahmen auch im Asylbereich

Asylsuchende leben während des Asylprozesses auf engem Raum zusammen.

Asylsuchende leben während des Asylprozesses auf engem Raum zusammen.

Asylsuchende leben in den Asylzentren auf engem Raum zusammen. Solidarité sans frontières kritisiert nun, dass der Bund sie zu wenig schütze. Dieser hat unterdessen reagiert.

(rwa) In Bundesasylzentren würden Hunderte Asylsuchende unter einem Dach leben, schreibt die Nichtregierungsorganisation Solidarité sans frontières in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme. Die Geflüchteten schliefen in Mehrbettzimmern, verbrächten viel Zeit in den Aufenthaltsräumen und seien immer in engem Kontakt.

Solidarité sans frontières weist darauf hin, dass der Zugang zu medizinischen Leistungen für Asylsuchende bereits in normalen Zeiten eingeschränkt sei. Diese Menschen seien «die grossen Vergessenen». Es herrsche eine Diskrepanz zwischen den Massnahmen für die Gesamtbevölkerung und dem, was konkret für Asylsuchende getan werde. «Die Behörden müssen gesunden Menschenverstand zeigen, rasch und integrativ handeln.»

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat bereits reagiert. Als Sofortmassnahme sei die temporäre Stilllegung eines Teils der Unterbringungsplätze in den Bundesasylzentren rückgängig gemacht worden, erklärte SEM-Vizedirektorin Cornelia Lüthy am Donnerstag vor den Medien. Dadurch stünden total wieder 4000 Betten zur Verfügung. Damit sei es möglich, dass die Abstandsvorschriften eingehalten werden können. Laut Lüthy befolgt das SEM auch strikt alle Empfehlungen des Bundes.

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