Jean Sarkozy wird als neuer Verwaltungsratschef der Entwicklungsgesellschaft für das riesige Pariser Geschäftsviertel La Défense gehandelt. Die Opposition wittert Dynastien-Bildung.

"Das ist das Geburtsprivileg. Das ist, weil er Sarkozy heisst", schimpfte der sozialistische Parlamentsabgeordnete Arnaud Montebourg. Es ergebe keinen Sinn, dass ein Jurastudent im zweiten Jahr an die Spitze der Entwicklungsgesellschaft EPAD gewählt werden solle.

In der französischen Bürger- und Menschenrechtserklärung aus dem 1789 stehe, dass Posten nach Fähigkeiten und Verdiensten vergeben werden sollten. "Was ist Jean Sarkozys Verdienst, ausser, dass er der Sohn seines Papas ist?" fragte Montebourg.

Vertreter der Regierungspartei UMP wiesen die Kritik zurück. Die Nominierung Jean Sarkozys habe nichts mit seinem Vater zu tun, sagte Patrick Balkany.

In einer Petition im Internet forderten zudem mehr als viertausend Franzosen den Jean Sarkozy auf, seine Kandidatur zurückzuziehen. Der Aufstieg des jungen Sarkozy an einen so einflussreichen Posten schade Frankreichs Ansehen, erklärte der liberale Regionalpolitiker und Initiator der Internet-Petition, Christophe Grébert.

Das Geschäftsviertel La Défense vor den Toren von Paris gilt als eines der grössten Europas. Auf dem Gelände arbeiten rund 150'000 Menschen.