Fördergelder

So zahlt sich die Finanzkrise aus

Geld gibt es auch für kleinere Projekte: Solarenergie.

So zahlt sich die Finanzkrise aus

Geld gibt es auch für kleinere Projekte: Solarenergie.

Liegenschaftsbesitzer Achtung: Ob der Wirtschaftskrise lohnt es sich doppelt, in Gebäudesanierungen zu investieren. Einerseits liegen im Kanton dafür 24 Millionen bereit. Andererseits sinken die Energiekosten danach für immer. Eine Anleitung, wie sich die Krise rechnet.

Samuel Thomi

Der Kanton verdreifacht 2009 auf einen Schlag seine Förderprogramme für erneuerbare Energien und energieeffiziente Gebäude auf gut 24 Millionen Franken. Beiträge an Gebäudesanierungen sowie der Ersatz von Elektro-Einzelheizungen (vgl. Ausgabe vom 2. April) stehen dabei ganz oben auf der kantonalen Prioritätenliste. Mit den zur Verfügung stehenden Geldern würden Investitionen von über 150 Millionen Franken ausgelöst, kommentierte Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger (SP, BVE) gestern vor den Medien. Das wiederum entspreche über 260 Personenjahren, was als Konjunkturspritze vorab der Baubranche nütze.

Egger appellierte: «Die Zeit für Investitionen in Gebäudesanierungen und den Ersatz ineffizienter Heizanlagen ist gekommen.» Bevorstehende Sanierungsarbeiten sollten vorgezogen in Angriff genommen werden.

Neu gefördert werden konkret der Ersatz von Elektro-Einzelheizungen (2300 Franken pauschal; beim Einbau einer hydraulischen Heizwärmeverteilung zusätzlich 10 000 Franken pauschal) wie auch Gebäudesanierungen nach den Anforderungen des Gebäudeprogramms der Stiftung Klimarappen (SKR); letzteres nur im Jahr 2009. Bei Sanierungen von Gebäuden, die - weil sie weiterhin mit fossiler Energie beheizt wurden - nicht vom SKR-Programm profitieren konnten, springt der Kanton.

Damit seien Gebäudehüllen-Sanierungen nicht mehr von der Heizung abhängig, so Egger. Für die Gesamtsanierung eines Mehrfamilienhauses nach Minergie-Standard vor Ende Jahr, rechnete BVE-Projektleiterin Karin Scheidegger vor, könne demnach mit bis zu 14 Prozent Förderbeiträgen gerechnet werden.

«Strom verheizen ist ineffizient»

Die Beiträge an Sonnenkollektoren für Warmwasser und Heizungsunterstützung werden ebenfalls erhöht - laut Scheidegger, weil Rückmeldungen darauf schliessen liessen, dass die Anreize nicht optimal gesetzt waren. Für Absorberflächen von weniger als 10 Quadratmetern gibt es neu pauschal 2000 Franken. Für grössere Flächen 200 Franken/
Quadratmeter. Da die Rückmeldungen aus der Branche zum laufenden Förderprogramm für den Bau von Holzheizungen positiv ausfielen, würden diese Beiträge nicht verändert. Auch die Beiträge an Fernwärmenetze bleiben wie bisher.

Dass das Geld nicht nur verteilt wird, sondern der Kanton auch mit einer langfristigen Wirkung der Investitionen rechnet, sagte Barbara Egger: «Strom direkt zu verheizen ist im Wärmepumpen-Zeitalter äusserst ineffizient und kostspielig.» Sie schätze, der Heizungsersatz betreffe gegen 40 000 Wohneinheiten. Umgekehrt rechnete Egger vor, dass die kantonsweit 50 000 sanierungsbedürftigen Gebäude energetisch optimiert jährlich bis 350 Mio. Liter weniger Heizöl verbrennen würden - das wäre 1 Mio. Tonnen CO2.
Die Fördergelder zahlt aber nicht nur der Kanton; aus dem 2. Stabilisierungsprogramm des Bundes stehen den Kantonen 80 Millionen zu.

Detaillierte Angaben im Netz www.energie.be.ch oder www.be.ch/aue

zugelassene Solar-Systeme unter www.swiss-solar.ch

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