Umfahrung Mellingen
So wird Mellingen dereinst umfahren

Seit 20 Jahren träumt Mellingen von der Umfahrung. Jetzt ist sie so nahe gerückt wie noch nie zuvor. Gemeindeammann Bruno Gretener rechnet mit einem wirtschaftlichen Aufschwung und erwartet bis spätestens 2012 den Baubeginn.

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Umfahrung Mellingen

Umfahrung Mellingen

Aargauer Zeitung

Roman Huber

Rund 16 000 Fahrzeuge zwängen sich täglich durch das enge Städtchen, darunter zahlreiche Lastwagen. Ein Zustand, der für die Bewohner seit Jahren kaum mehr zum Aushalten ist. Der Wunsch nach der Umfahrung ist seit langem hörbar.

Wirtschaftliche Entwicklung

«Soll Mellingen weiterhin ein kleinregionales Zentrum bleiben und die Möglichkeit haben, sich dementsprechend weiterzuentwickeln, so braucht es die ganze Umfahrung», sagt Gemeindeammann Bruno Gretener überzeugt. Er meint damit, dass sowohl der erste Abschnitt ab Kreisel Bahnhofstrasse über die Reuss bis zur Birrfeldstrasse als auch der zweite bis zur Lenzburgerstrasse gemeinsam realisiert werden müssen.

Umfahrung Mellingen

90er-Jahre Studien mit Tunnelvariante.
2001 Juni-Gmeind beschliesst Kredit von 40 000 Franken für eine Machbarkeitsstudie.
2002 nimmt der Kanton das Projekt in sein Strassenprogramm auf, Realisierung ab 2010 in Aussicht genommen.
2005 Juni-Gmeind ermächtigt den Gemeinderat mit grosser Mehrheit, mit dem Kanton einen Vertrag einzugehen, Kostendach des Gemeindebeitrages wurde mit 5 Mio. Franken festgelegt.
2009 Im Januar nimmt der Kanton die Umfahrung in den Richtplan auf.
2009 Im Herbst soll der Kanton das generelle Projekt beschliessen.
2010 Auflageverfahren, Behandlung der Einsprachen und Detailplanung.
2012 Baubeginn, sofern das Auflageverfahren nicht verzögert wird.

Eine Tunnellösung, wie sie noch in den 90er-Jahren in einzelnen Köpfen war, wurde endgültig abgehakt. Der Grosse Rat ist Anfang des Jahres 2001 Greteners Wunsch gefolgt und hat beschlossen, die ganze Umfahrung in den Richtplan aufzunehmen. Allerdings wurden Stimmen laut, die, wie es von vereinzelten Gegnern in Wohlenschwil und Büblikon gefordert wird, eine Realisierung in zwei Etappen wünschen.

Gretener weist auf den Coop-Neubau und die Entwicklung an der Birrfeldstrasse hin. Allein darum wäre es aus seiner Sicht verfehlt, den zweiten Abschnitt der Umfahrung nicht gleichzeitig zu realisieren. Der Gemeindeammann darf ein wachsendes Interesse am Städtli beobachten: «Es sind Leute und Investoren aus Gewerbekreisen, die hier investieren und/oder ihren neuen Standort beziehen möchten.»

Voraussetzungen sind gut

Die Projektierung sei auf guten Wegen, erklärt Gretener. Laut Auskunft beim Kanton wird das generelle Bauprojekt (rund 20 Mio. Franken) erst nächstes Jahr vor den Grossen Rat gelangen. Greteners einzige Bedenken betreffen die Auflage, bei der es Einsprachen geben könnte, die das Verfahren in die Länge ziehen würden. «Die Gemeinde Fislisbach hat keine Probleme mit der Umfahrung; Wohlenschwil und Tägerig haben die Linienführung offiziell akzeptiert», so Gretener.

Widerstand könnte es aber trotzdem noch geben, unter anderem auch aus Naturschutzkreisen. «Wir können nicht wegdiskutieren, dass mit dem Bau ein Stück des Naherholungsgebietes links und rechts der Reuss betroffen sein wird. Doch sind die Leute aus Naturschutzkreisen und der Gegnerschaft aus der Nachbargemeinde bereits eingebunden», so Gretener.

Er ist überzeugt, dass man gerade im Bereich der Natur- und der Landschaftsentwicklung Lösungen findet, die im Endeffekt sogar zu einer Aufwertung führen würden. Dabei spricht er den Franzosengraben an, wo der Bach versetzt und freigelegt werden soll.

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