Katastrophen-Alarm
So warnt die Schweiz im Katastrophenfall

Im Falle von grösseren Naturkatastrophen sind TV- und Radiosender in der Schweiz seit dem ersten Januar dieses Jahres verpflichtet, offizielle Warnungen der Behörden unverändert und unverzüglich zu verbreiten.

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Achtung: Hochwassergefahr

Achtung: Hochwassergefahr

Montage: Dino Nodari

Kommt es in der Schweiz zu grösseren Naturkatastrophen, wie etwa Hochwasser, Waldbränden oder auch Erdbeben, müssen TV- und Radiosender eine entsprechende Meldung der Behörden ausstrahlen, um die Bevölkerung vor der Gefahr zu warnen. Dies geht aus einer neuen Bestimmung hervor, die am 1. Januar dieses Jahres in Kraft getreten ist.

Von der Verbreitungspflicht betroffen sind in erster Linie alle TV-Sender der SRG, die ersten und dritten SRG-Radioprogramme in der deutsch-, italienisch- und französischsprachigen Schweiz, Radio rumantsch - aber auch sämtliche konzessionierten lokalen Radio- und regionale TV-Stationen.

«Unverzüglich und kostenlos»

Die Warnungen werden den Medien von den zuständigen Behörden zugestellt und müssen von diesen «unverzüglich, unter Angabe der Quelle, grundsätzlich unverändert und kostenlos» gesendet werden, wie aus der Bestimmung hervorgeht.

Auch in welcher Form die Ausstrahlung der Warnungen zu erfolgen hat, ist in der Radio und Fernsehverordnung (RTVV) klar geregelt: So müssen die Meldungen am Radio - je nach Dringlichkeit - innerhalb von 30 Minuten bis 2 Stunden nach Eingang vorgelesen werden. Fernsehsender sind zusätzlich verpflichtet, eine Bild-Text-Tafel einzublenden. In besonders dringenden Fällen ist im TV zudem die Ausstrahlung eine Laufschrift vorgesehen.

Reaktion auf die Unwetter der vergangenen Jahre

Die neue Regelung ist eine Folge der Unwetter- und Hochwasserereignissen der letzten Jahre in der Schweiz. «Mit dieser Massnahme soll die Bevölkerung besser über drohende Naturgefahren informiert werden, so dass Personen- und Sachschäden vermieden oder begrenzt werden können», schreibt das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) dazu.

Die Bestimmung sei «in enger Zusammenarbeit» mit den Programmveranstaltern entstanden, heisst es weiter. (bau)