So sieht das neue Quartier von Lenzburg aus

Damit im Hero-Areal am Bahnhof Lenzburg ein neues Stadtquartier mit unterschiedlichen Nutzungen entstehen kann, muss das Industriegebiet umgezont werden. Der Einwohnerrat entscheidet am 23. September darüber.

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Irena Jurinak

Am bisherigen Produktionsstandort der Hero am Bahnhof Lenzburg soll in Zukunft nicht mehr nur gearbeitet, sondern auch gewohnt und gelebt werden. Damit das neue 6 Hektaren grosse Quartier Gleis Nord mit unterschiedlichen Nutzungen entstehen kann, muss das Areal von der Arbeitszone in eine Mischzone umgezont werden.

Der Einwohnerrat entscheidet an seiner nächsten Sitzung über die Änderung des Zonenplans und eine Ergänzung der Bauordnung zu der entstehenden neuen Spezialzone Gleis Nord. Diese Ergänzung regelt die zulässigen Nutzungen.

Platz für 600 Arbeitsplätze

Am Dienstagabend informierten der Leiter des Stadtbauamtes Richard Buchmüller und Gianni Perotto von der für die Arealentwicklung zuständigen Losinger Construction AG die Einwohnerräte im Showroom des ehemaligen Hero-Wohlfahrtshauses über die geplante neue Nutzung des Areals. In der neuen – im Bauzonenplan aubergine eingefärbten – Spezialzone Gleis Nord sind Wohnen, mässig störendes Gewerbe und Produktion, Dienstleistung und Kultur zugelassen.

Rund 600 Arbeitsplätze und 400 Wohnungen, die Platz für 600 bis 800 neue Einwohner bieten, sollen laut Perotto entstehen. «Das ist relativ viel für Lenzburg.» Die Wohnungen reichen von Genossenschafts- über Miet- bis zu Eigentumswohnungen.

Ausserdem sind 8000 m2 für Sondernutzungen im Bereich von Gastro und Kultur sowie 80 Hotelzimmer vorgesehen. Auch Verkaufsflächen sollen entstehen, dürfen jedoch nicht grösser als 400 m2 sein. Von maximal 850 zu erstellenden Parkplätzen werden 750 unterirdisch erstellt. Pro Wohnung soll höchstens ein Parkplatz erstellt werden, ergänzt durch Besucherparkplätze entlang dem Bahndamm.

Auch Krippe hätte Platz

Sogar einen möglichen Standort für das erst kürzlich eingebrachte Anliegen einer Kinderkrippe präsentierte Perotto den Einwohnerräten. Wird ein Betreiber gefunden, wird sie verwirklicht. Die bereits bestehende Grünzone am Rand des Areals wird belassen und zu einem 11000m2 grossen, öffentlichen Park ausgebaut, der nach der Fertigstellung der Stadt gehören wird.

Das bisher nicht zugängliche Industrieareal wird für Fussgänger und Velofahrer durchgängig gemacht. So entstehen Querverbindungen vom Niederlenzer Kirchweg zur Grünzone am Aabach und entlang dem Aabach bis nach Niederlenz. Der Niederlenzer Kirchweg geht wieder in den Besitz der Stadt über, ebenso die Velo- und Fusswege, sofern nicht ein unentgeltliches Wegrecht gilt. Der Entscheid des Einwohnerrates unterliegt dem Referendum. Nach dem Einwohnerrat entscheidet der Stadtrat über den Gestaltungsplan «Gleis Nord» mit Sondernutzungsvorschriften, welche die Umsetzung der Nutzung in der Spezialzone regeln. Beide Beschlüsse unterliegen einer Beschwerdemöglichkeit an den Regierungsrat.