Asyl-Kampagne
So sehen Christoph Blocher und Ueli Maurer als Asylsuchende aus

Als Somalier dargestellt, kochen «Mustafa Blocher» und Ueli Maurer ihren Zottel im Topf. Eine Kampagne von Amnesty International, in der Schweizer Politiker als Asylsuchende ihr Schicksal beschreiben, sorgt für Aufsehen.

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Blocher und Maurer müssen Zottel kochen

Blocher und Maurer müssen Zottel kochen

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In einem neuen Werbespot der Menschenrechtsorganisation Amnesty International sitzen Christoph Blocher und Ueli Maurer als Somalier vor einer Asylunterkunft. Zwischen ihnen auf einem Gasherd köchelt in einem Topf der Kopf des SVP-Maskottchens Zottel.

«Jussuf Freysinger»

Auf Plakaten, Postkarten und im Internet stellt AI Politiker aus den Parteien SVP, FDP, CVP und Lega dei Ticinesi auf entfremdete Weise dar. Der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger heisst neu «Jussuf Freysinger», trägt einen Turban und ist ein Flüchtling aus Syrien. «Mustafa Blocher» und «Rusha Humbel» flohen beide unter dramatischen Bedingungen aus Somalia in die Schweiz und «Filit Müller» ist ein kurdischer Flüchtling aus der Türkei.

Die Aktion findet im Rahmen der nationalen Kampagne «Jetzt ist Genug» statt. «AI und die unterstützenden Organisationen wollen mit dieser Aktion zum Nachdenken anregen und für mehr Solidarität und Verständnis mit den Betroffenen werben», schreibt die Menschenrechtsorganisation. Es gehe auch darum, Toleranz zu wecken, indem man die Leute dazu anrege, sich in die Situation eines Flüchtlings zu versetzen.

Verschärfung des Asylrechts als Auslöser

AI fordert eine «Abkehr von allen Massnahmen, die den Zugang zum Asylverfahren erschweren». Alle Asylsuchenden sollten Anspruch auf ein vollständiges und faires Verfahren haben und innert nützlicher Frist einen Bescheid erhalten.

CVP-Nationalrätin Ruth Humbel sichtlich abgemagert
7 Bilder
Der SVP-Politiker Oskar Freysinger als syrischer Flüchtling
FDP-Chef Philipp «Filit» Müller als traurig dreinblickender Asylsuchender
SVP-Politikerin Céline Amaudruz auf der Flucht
Giuliano Bignasca mit neuer Frisur
Christoph «Cihan» Mörgeli als kurdischer Flüchtling
Die Wiedergeburt Christoph Blochers als Somalier

CVP-Nationalrätin Ruth Humbel sichtlich abgemagert

Zur Verfügung gestellt

In der letzten Freitag abgeschlossenen Herbstsession hatte das Parlament eine Reihe Verschärfungen des Schweizer Asylrechts beschlossen.

Seit Samstag sind mehrere dringliche Massnahmen in Kraft - unter anderem hat der Bund die Möglichkeit, renitente Asylsuchende in spezielle Zentren einzuweisen. Noch existiert allerdings kein solches Zentrum. Weiter kann auf Schweizer Botschaften im Ausland kein Asylgesuch mehr gestellt werden und der Flüchtlingsbegriff wurde eingeschränkt.

SVP wenig Chancen vor Gericht

Juristisch hat die SVP wenig Erfolgschancen die Kampagne anzufechten, haben Recherchen der «20 Minuten» ergeben. Medienanwalt Herbert Pfortmüller sieht die Kampagne zwar im «Graubereich», für den Berufskollegen Matthias Schwaibold ist der Fall aber klar: «Die Protagonisten werden verfremdet, aber keinesfalls herabgewürdigt. Persönlichkeitsrechte werden nicht verletzt», sagt er gegenüber der Gratiszeitung. (kgh)