Sicherheitvorkehrungen

So rüstet sich das Universitätsspital Genf für den Ebola-Ernstfall

Am letzten Samstag wurde hier ein Ebola-Patient nach der Landung in Omaha (USA) vom Flugzeug in einen Krankenwagen gebracht. Ähnliches dürfte sich bald in Genf abspielen.

Am letzten Samstag wurde hier ein Ebola-Patient nach der Landung in Omaha (USA) vom Flugzeug in einen Krankenwagen gebracht. Ähnliches dürfte sich bald in Genf abspielen.

Das Universitätsspital Genf hält sich für die erste Behandlung eines Ebola-Patienten bereit und erwartet ihn bis Freitag. Ob das Medikament Zmapp zum Einsatz kommt ist offen.

Der erste Ebola-Patient wird in den nächsten 48 Stunden in der Schweiz erwartet, bestätigt am Mittwoch Bundesrat Alain Berset in Bern. Es handelt sich um einen kubanischen Arzt aus Sierra Leone, der im Universitätsspital Genf behandelt wird. Der auf Ebola positiv getestete Patient wird durch eine private amerikanische Fluggesellschaft in die Schweiz überführt, teilt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit.

Seit Anfang September wurden lediglich zwei Verdachtsfälle in der Schweiz behandelt. Bei beiden Patienten, die unter Quarantäne standen, erhärtete sich der Verdacht auf Ebola nicht. Mit der für Freitag geplanten Hospitalisierung tritt für das Universitätsspital Genf der Ernstfall ein.

Genf hält sich bereit

Das BAG bestätigt die Bereitschaft des Universitätsspitals Genf für die Behandlung des Ebola-Patienten, wie auch die permanente Gewährleistung der Sicherheit des Personals und aller Patienten. Die Hospitalisierung wird in Absprache mit dem Genfer Kantonsarzt, einem Facharzt für Infektionsprävention und einem spezialisierten Infektiologen durchgeführt.

Die Aufnahme des Arztes aus Sierra Leone erfolgt unter grossen Sicherheitsvorkehrungen im vorgesehenen Unterdruckzimmer eines isolierten Gebäudes des Universitätsspitals. Das Pflegepersonal wurde im korrekten Umgang mit der Schutzkleidung ausgebildet und trainiert. Auch ausreichend Schutzmaterial kann das Spital zur Verfügung stellen. Für die Schweizer Bevölkerung besteht keinerlei Gefahr, bestätigt das BAG. Auch das Risiko einer Ebola-Epidemie in der Schweiz sie nach wie vor sehr klein.

Einsatz von Zmapp

Ob das Medikament Zmapp in der Behandlung des Ebola-Patienten zum Einsatz kommen wird, konnte am Mittwochabend nicht bestätigt werden. AIm Vernehmen gut unterrichteter Quellen sei die Arznei aber in den Sommermonaten in der Schweiz nicht mehr vorrätig gewesen. Ob eine Nachlieferung des Medikaments in die Schweiz erfolgt ist, konnte nicht abschliessend geklärt werden.

Zur Zeit laufen in Genf und Lausanne Tests zu möglichen Ebola-Impfstoffen. Swissmedic hat das Gesuch der Universitätsklinik für die Studie vor rund 2 Wochen bewilligt. Diese bindet 115 freiwillige Probanden ein und wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) massgeblich unterstützt. Der Impfstoff wird an gesunden Menschen getestet, die teilweise freiwillig als medizinisches Personal im Ebola-Epidemiegebiet in Westafrika zum Einsatz kommen. Die Tests an einem zweiten Impfstoff in Lausanne, laufen seit längerer Zeit. Die WHO hofft, bis Ende 2015 einen Impfstoff bereit zu haben.

Die Behandlung des in der Schweiz erwarteten Ebola Patienten hat aber nichts mit den laufenden Untersuchungen in der Westschweiz zu tun.

Warten auf Einsatz-Erlaubnis

Noch am Morgen konnte der Bundesrat nicht abschliessend über den Einsatz einer Truppe der Schweizer Armee im Ebola-Epidemiegebiet entscheiden. Ein akuter Bedarf an Helikoptern besteht zur Zeit vor allem in Liberia. Als notwendige Voraussetzung für den Einsatz benötigt das Detachement der Schweizer Armee für logistische und sanitätsdienstliche Leistungen vor Ort einen militärischen Partner.

Bis anhin steht nicht fest, ob ein Partnerstaat bereit ist, die Schweizer Armee bei der Planung des Einsatzes einzubeziehen. Wie das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mitteilt, hat die Spezialeinheit der Schweizer Armee die Ausbildung für den Einsatz im Ebola-Epidemiegebiet zu Beginn dieser Woche gestartet.

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