Roman Huber

Die Zusammensetzung des Badener Einwohnerrates für die nächste Legislaturperiode bzw. bei einem Zusammenschluss der Stadt Baden und der Gemeinde Neuenhof für die nächsten beiden Jahre steht fest. Von den total 11 109 Stimmberechtigten (davon 5435 Männer und 5674 Frauen) sind 3308 Wahlzettel eingegangen, wovon 6 leer und 46 ungültig waren. Die Stimmbeteiligung betrug 29,8% und lag damit rund 2 Prozent unter derjenigen von 2005.

CVP stolperte bei der Sitzverteilung

Der Doppelte Pukelsheim erfreut sich laut den Parteipräsidenten der grossen Parteien keiner grossen Beliebtheit. Dies vor allem darum, weil bei der Sitzverteilung die Kleinen profitieren, wenn es auch keine Mandate aus andern Wahlkreisen zu verteilen gibt. Die FDP kam bei der exakten Sitzverteilung knapp unter 11 zu liegen, die SP knapp unter 9; ihr Ergebnis wurde bei der Sitzverteilung aufgerundet. Die CVP kam zwar über 8 Sitze zu liegen, doch das reichte leider nicht, um einen dritten Sitzverlust zu verhindern; ihr Ergebnis lag zu weit von 9 Sitzen entfernt und wurde darum abgerundet. Das Verteilungsglück winkte jedoch dem team und der SVP sowie den Grünliberalen; sie alle erhielten die «angebrochenen» Sitze zugesprochen.

Es wurde unterschiedlich panaschiert

Wer andere Parteizugehörige auf der Liste notierte, beraubte seine Partei einer Parteistimme. Wenn andere Kandidatinnen und Kandidaten notiert wurden, dann waren es bei den Bürgerlichen primär andere Bürgerliche, bei den Linksparteien ebenfalls mehrheitlich ihresgleichen. Neu wurden auch Stimmen abgegeben unter den «Grünparteien».

Wer seine Kandidaten auf der Liste ein zweites Mal aufführte (kumulierte) und den Rest der Linien leer liess, half seiner Partei am besten. So gesehen konnten Parteien wie die SVP mit einer kleinen Liste profitieren, wenn deren Wähler die unveränderte Liste ablieferten. Ein Überblick liefert hier die Sparte «Zusatzstimmen». Weltmeister in dieser Disziplin sind die SVP-Wähler. Sie haben es auf 16 141 Zusatzstimmen gebracht und sich dabei viel Schreibarbeit erspart. Peter Heer (FDP) mit 106 und Toni Suter (CVP) mit 90 wurden bei der SVP am meisten als Fremde aufgeführt.

Die Freisinnigen stehen mit stolzen 9784 Zusatzstimmen zu Buche. Dort holte Ratspräsidentin Regula Dell'Anno (SP) 61 Stimmen, während Isabelle Stieger (CVP) 127 Stimmen bei den Freisinnigen holte; sogar die Bisherigen der Grünen vermochten bei der FDP zu punkten. 6286 Leerstimmen verzeichnete die SP. Bei den Genossen waren vor allem team- und Grüne Kandidaten noch auf der Liste. So buchten Ruth Müri (team) 130 und Ursina Schmidlin 174 Stimmen auf SP-Listen.

5943 Stimmen liessen die CVP-Wähler zugunsten ihrer Partei leer. Von den «Fremden» waren auch Lukas Breunig (FDP, 78) sowie Karin Bächli (SP) und Roland Guntern (Grüne) mit je 53 Stimmen hoch im Kurs.

Die Teamwählerschaft lieferte ihrer Partei stolze 6947 leere Linien zur Aufbesserung ihres Kandidatenstimmen-ergebnisses. Ausser Isabelle Stieger (CVP) und Johannes Jenny (FDP) erhielten die Bürgerlichen nur spärlich teamwählerstimmen. Bei der SP unterstützte man Bächli und Dell'Anno grosszügig, ebenso kamen Grüne wie auch GLP-Leute auf ihre Rechnung, was womöglich auf eine starke Fraktionsgemeinschaft hindeuten könnte. Bei den Grünen kamen kaum Bürgerliche auf die Liste, mit einer Konsequenz, mit der die Angehörigen von Links und Grün auch auf der SVP-Liste behandelt wurden.

Abgewählte in Lauerposition

Die Zahl von sechs Abgewählten ist erstaunlich gross. Bei der FDP kam Andrea Libardi nur 27 Stimmen hinter den Letztgewählten zu liegen und ist auf dem ersten Ersatzplatz. Deutlicher liegen bei der CVP die drei Abgewählten Christian Häfeli, Christoph Schoop und Blandina Werren zurück; in dieser Reihenfolge belegen sie auch die Ersatzplätze.

Bei der SP ist es die Bisherige Annamaria Chiaradia, die auf den ersten Ersatzplatz verdrängt wurde; bei zwei Sitzverlusten und dem Einzug von Cédric Wermuth reichte es ihr nicht.

Zu den Verlierern gehört auch Markus Wälty beim team. Erst in den Rat nachgerutscht muss er nun erneut mit dem Ersatzplatz vorliebnehmen, weil Jonas Fricker als Ehemaliger den Einzug souverän schaffte.

Den kompletten Artikel mit den Bildern der Einwohnerräte und der Statistiken finden Sie in der AZ vom Dienstag