Krankenkassen
So lassen sich mit einem Kassenwechsel einige tausend Franken sparen

Der Aufschlag auf 2014 ist moderat. Aber die durchschnittliche Erhöhung von 2,2 Prozent sagt nichts darüber aus, wie sich Ihre persönliche Prämie in der Grundversicherung verändert.

Roman Seiler
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Wer in Aarau die Grundversicherung vom der teuersten zum günstigsten Krankenversicherer wechselt, spart 2014 in der Grundversicherung mit Minimalfranchise und Unfalleinschluss 1867 Franken. In Basel sind es 3240, in Dietikon 3037, in Liestal 1720 und in Solothurn 1564 Franken pro Erwachsenen. Mit dem so eingesparten Geld kann eine vierköpfige Familie rasch mal eine Woche Ferien finanzieren.

Wechsel: So funktionierts!

Grundversicherung: Zögern Sie nicht, den Versicherer zu wechseln, wenn sich das für Sie lohnt: Jede Kasse muss Sie in die Grundversicherung aufnehmen. Ein Wechsel ist einfach: Briefvorlagen finden sich auf Internet-Vergleichsdiensten wie priminfo.ch, comparis.ch, bonus.ch, swupp.ch oder vzonline.ch. Die Kündigung muss bei der Krankenkasse spätestens am 30. November eintreffen. Dieses Mal fällt der Termin auf einen Samstag. Daher sollte die per Einschreiben versandte Kündigung sicherheitshalber am Freitag, dem 29. November, beim Versicherer eintreffen.

Zusatzversicherung: Bei diesem dem Privatrecht unterstellten Versicherungszweig ist der Kündigungstermin meist der 30. September. Einen Aufnahmezwang gibt es nicht. Daher müssen Sie – im Gegensatz zur Grundversicherung – bei einem Aufnahmegesuch Fragen zum Gesundheitszustand beantworten. Versicherer dürfen die Aufnahme verweigern. Kündigen Sie eine Zusatzversicherung erst, wenn Sie von der Kasse Ihrer Wahl die Bestätigung erhalten haben, zu gleichen Bedingungen versichert zu werden.

Prämien sparen: So gehts!

Unfalldeckung: Arbeiten Sie mehr als acht Stunden pro Woche für den gleichen Arbeitgeber, sind Sie automatisch gegen Unfall versichert. Daher können Sie diese Deckung in der Grundversicherung ausschliessen. Sparpotenzial: Bis zu 7 Prozent.

Franchise-Erhöhung: Wer seine Franchise freiwillig von 300 auf 500 bis 2500 Franken erhöht, kann bis zu 1760 Franken einsparen. Nicht alle Kassen gewähren den vollen Rabatt. Ob sich das erhöhte Risiko auszahlt, zeigt der Franchisenvergleich des Internetvergleichsdienstes des Bundesamtes für Gesundheit, priminfo.ch. Wer seine Franchise erhöht, sollte den entsprechenden Betrag plus den höchstmöglichen Selbstbehalt von 700 Franken angespart haben. Eine hohe Franchise lohnt sich nur für Gesunde. Für Kinder sollten keine Franchisen gewählt werden. Sie sind zu oft krank.

Wer auf 2014 die Franchise erhöhen möchte, kann dies der Kasse bis Ende Dezember mitteilen. Wer eine tiefere wählen möchte, muss dies bis Ende November melden.

Sparmodelle: Je stärker Sie Ihre freie Arztwahl einschränken, desto höher ist der Rabatt auf der Krankenkassenprämie. Die Reduktion beläuft sich auf bis zu 25 Prozent. Denn mit diesen Managed-Care-Modellen lassen sich unnötige Behandlungen vermeiden. Das spart Kosten ein. Die tiefste Ermässigung bieten Telefonmodelle. In diesem Fall rufen Sie vor jedem Krankheitsfall zuerst ein Callcenter an. Medizinisch geschultes Personal klärt Sie darüber auf, was Sie unternehmen müssen. Sie können auch einen Hausarzt oder eine Gruppenpraxis (HMO) als Anlaufstelle wählen. Diese muss im Krankheitsfall jeweils als Erstes kontaktiert werden. Dies gilt nicht für Notfälle.

Bei der Wahl eines solchen Modells gilt es, sich genau zu informieren, welche Bedingungen Sie einhalten müssen. Wer sich nicht an die Vorschriften hält, kann den Rabatt verlieren. Es gibt auch Angebote, bei denen Sie Ihre Arzt- oder Apothekerrechnungen erst einsenden dürfen, wenn diese die Höhe der gewählten Franchise überschritten haben.

Rein rechnerisch liesse sich mit der Kumulierung aller Rabatte die Prämie in der Grundversicherungsprämie auf mehr als die Hälfte reduzieren. Die Einsparung ist aber auf 50 Prozent beschränkt.

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