Oberwil

So lässt sich leicht punkten

Klargestell: An der Gemeindeversammlung äusserte sich Gemeindepräsident Roland Probst nochmals zu der Entschädigungszahlung an das ehemalige Abwartsehepaar des Schulhauses. (Bild: sl)

Oberwil

Klargestell: An der Gemeindeversammlung äusserte sich Gemeindepräsident Roland Probst nochmals zu der Entschädigungszahlung an das ehemalige Abwartsehepaar des Schulhauses. (Bild: sl)

Der Gemeinderat von Oberwil verbuchte einen klaren Sieg. 4:0 hiess es nach anderthalb Stunden. Erst in der Nachspielzeit der Gemeindeversammlung gabs Interessantes zu hören – zum Beispiel über den Streitfall Schulhausabwart.

Jürg Amsler

47 stimmberechtigte Oberwilerinnen und Oberwiler bekundeten an der ordentlichen Gemeindeversammlung im Gemeindehaus volles Vertrauen in ihre Gemeindebehörde. An seiner ersten Gemeindeversammlung als Versammlungsleiter brachte Roland Probst alle Traktanden ohne eine einzige Gegenstimme durch. Für den Gemeindepräsident und dessen Crew gabs gar ein dickes Lob eines Mitbürgers: «Alle Geschäfte waren gut vorbereitet und wurden bestens präsentiert.» Die Gemüter regten sich - moderat zwar - erst beim «Verschiedenen».

Zuerst orientierte Roland Probst die Versammelten über den «Fall Schulhausabwart» (wir berichteten). In einer gerichtlichen Aussöhnungsverhandlung habe der Gemeinderat eine Einigung angestrebt. «Die Gemeinde hat der Abwartsfamilie Hugi eine Entschädigung von 8000 Franken gezahlt. Gefordert waren 22 500 Franken.» Probst nannte nicht nur Zahlen, er bekräftigte: «Für den Gemeinderat wie für mich persönlich ist dieses Kapitel abgeschlossen. Wir schauen jetzt vorwärts. Rund um die Schule soll wieder Ruhe einkehren.» Das heisse: Die Stelle eines Schulhausabwartes oder einer -abwartin werde demnächst ausgeschrieben und besetzt. Ob der Gemeinde in diesem Streitfall Anwaltskosten - etwa auch für den Anwalt der Familie Hugi - erwachsen seien? Die Frage eines Versammlungsteilnehmers wurde vom Ratstisch verneint.

Gute Nachrichten

Gemeinderätin Christine Wyss, Vorsteherin Soziales, konnte Barbara Lussi als Altersbeauftragte der Gemeinde Oberwil vorstellen. Mit ihrer Wahl sei ein ers-ter Schritt zur Umsetzung des im letzten Jahr genehmigten Altersleitbildes der elf südlich der Aare gelegenen Gemeinden aus dem Bürenamt gemacht. Die ausgebildete Sozialpädagogin wird als Bindeglied für die Gemeinde Oberwil in der noch zu bildenden regionale Alterskommission Einsitz nehmen.

Hans Rudolf Stauffer, Vorsteher Gemeindebetriebe, konnte ebenfalls mit erfreulichen Neuigkeiten aufwarten: «Der Kanton hat mitgeteilt, dass der Überprüfung für die Sicherheit der Fussgänger in unserer Gemeinde höhere Priorität beigemessen wird. Vor allem entlang der Kantonsstrasse, aber auch auf dem übrigen Gemeindegebiet.»

Viermal eine Pflichtübung

Diskussionslos und einstimmig genehmigte die Gemeindeversammlung die Gemeinderechnung 2008. Diese schloss minim besser als budgetiert, aber immer noch mit einem Aufwandüberschuss von 46 976 Franken ab.

Hans Kunz, Vorsteher Bau, nannte der Versammlung die Gründe zur Aufnahme einer Gefahrenkarte in das Gemeindebaureglement und den Zonenplan so detailliert, dass keine weitere Fragen aus der Versammlung nötig waren. Die Stimmenzähler stellten Einstimmigkeit fest.

«Können wir überhaupt dagegen sein?» Die Frage einer Mitbürgerin zu den ab 1. Januar gültigen Elektrizitäts- und Netznutzungstarifen beantwortete Gemeinderat Hans Rudolf Stauffer: «Ja, aber es nützt nichts.» Damit war nach den ausführlichen Erläuterungen des Departementvorstehers allen alles klar. Ohne eine einzige Gegenstimme wurde wohl oder übel die Zustimmung erteilt.

Hans Suri, Vorsteher Bildung, brachte schliesslich «sein» Geschäft problemlos durch. Die Umsetzung der Integration und besonderen Massnahmen im Schulkreis Büren sowie dem entsprechenden Vertrag mit der Sitzgemeinde Büren wurde zugestimmt. Die Versammelten sahen ein, dass ein Alleingang für das kleine Oberwil unmöglich ist.

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