Beznau
So könnte das neue KKW Beznau aussehen

Wichtiger Schritt bei einem bedeutenden Vorhaben: Für das mögliche neue Atomkraftwerk im Gebiet Beznau werden Rahmenbedingungen definiert. Das Ersatzkernkraftwerk Beznau soll über 1450 Megawatt Leistung und einen Hybridkühlturm verfügen.

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Kernkraftwerk Beznau

Kernkraftwerk Beznau

Zur Verfügung gestellt

Michael Hunziker

Das kantonale Richtplanverfahren ist in die Wege geleitet, die Grundlagen für die Planung des Ersatzkernkraftwerks auf der Insel Beznau werden erarbeitet, die Bevölkerung hat Gelegenheit, Stellung zu beziehen. Wie aber soll das neue Atomkraftwerk aussehen?

Fluss wird geschont

Stephan W. Döhler, Leiter Kernenergie beim Stromkonzern Axpo, lieferte an der Informationsveranstaltung am Dienstagabend in Döttingen die technischen Eckdaten. Geplant ist ein Kraftwerk mit rund 1450 Megawatt Leistung. Noch nicht bestimmt ist laut Döhler der Reaktortyp. Es würden verschiedene Systeme der neusten Generation untersucht.

Fest stehe, dass als Hauptkühlsystem ein Hybridkühlturm eingesetzt werde. Als Vorteil bezeichnete Döhler die geringe Höhe von rund 60 Metern. Es entstünden keine Dampffahne und kaum Lärm. Auch werde der Fluss geschont, das Wasser werde kaum erwärmt. Allerdings: «Der Betrieb der Ventilatoren benötigt Strom», machte Döhler klar. «Die Nettoleistung des Reaktors wird daher etwas reduziert.»

Für den Bau des Ersatzkernkraftwerks werde eine Fläche von rund 46 Hektaren beansprucht, hielt Döhler fest. Es werde zu temporären Rodungen kommen, nicht aber zu einem Kahlschlag. «Es gibt intelligente Möglichkeiten.» Gleichzeitig räumte der Referent ein, dass die Bauphase eine Belastung für die Region sein werde - auch wenn die Transportwege kurz gehalten würden.

Die Axpo setzt gemäss Döhler weiterhin auf Kernenergie, weil diese zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit gebraucht werde und weil nahezu CO2-frei Strom erzeugt werden könne und sich die Technologie über die letzten 40 Jahre bewährt habe. Ebenfalls bewährt habe sich der Standort im Gebiet Beznau.

Weniger Steuererträge

Die unmittelbaren Auswirkungen eines Ersatzkernkraftwerks auf die Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung im Kanton Aargau und im unteren Aaretal sind vom Büro BHP Hanser und Partner AG, Zürich, untersucht worden. Als Vertreter ging Jürg Kuster auf drei Bereiche ein: Aufträge an Lieferanten, Arbeitsplätze sowie Steuererträge.

Das Ergebnis: Der jährliche Umsatz werde steigen, weil das neue Kraftwerk grösser sei als die heutige Anlage und weil mehr Strom produziert werde. Abnehmen werde die Anzahl der Arbeitsplätze, weil nur noch ein Reaktor vorgesehen sei. Und auch die Gewinnsteuererträge fallen laut Kuster wegen der neuen rechtlichen Konstellation weniger hoch aus als mit Beznau I und II.

Es sei eine Aufbruchstimmung zu spüren, meinte Manfred Thumann, CEO der Axpo AG. Er sprach von einem wichtigen und spannenden Vorhaben, das aber sicher nicht überall nur Begeisterung auslösen werde.

In der Diskussionsrunde, durch die Marco Canonica führte, standen die Referenten kompetent Red und Antwort. Zur Sprache kamen unter anderem die Abgeltungen und Steuererträge, der Hybridkühlturm, der Rückbau, die Linienführung der Hochspannungsleitungen, die Flugroute, die Rodung und Ersatzaufforstungen sowie der Verkehr während der Bauphase.

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