«Der Bund müsste nur von den günstigen Bedingungen des Kapitalmarktes profitieren», sagt SVP-Nationalrat und Finanzexperte Hans Kaufmann (ZH) zur Zeitung „Der Sonntag". Sein Vorschlag: «Der Bund sollte am Kapitalmarkt die 15 Milliarden Franken aufnehmen, welche die IV der AHV schuldet, sie der AHV geben und den marktüblichen Schuldzins zahlen. So könnte der Bund über Jahre Milliarden sparen, und die AHV hätte mehr Geld zum Anlegen.»

Aktuell bezahlt der Bund fix 2 Prozent Schuldzins auf dem IV-Schuldenberg, das entspricht rund 300 Millionen Franken pro Jahr. Auf dem Kapitalmarkt könnte er das Geld viel billiger bekommen: Für eine 5-jährige Bundesobligation muss der Bund derzeit einen Zins von knapp 0,04 Prozent bezahlen, für eine 10-jährige Bundesobligation nur 0,54 Prozent. Er könnte damit - je nach Laufzeit - jährlich 240 Millionen oder 219 Millionen Franken sparen. In fünf respektive zehn Jahren wären das satte Ersparnisse von 1,2 bis 2,19 Milliarden Franken. «Es wäre an der Zeit, dass die Bundesräte endlich über so triviale Probleme wie kostengünstige Refinanzierungen diskutieren würden», sagt Kaufmann. «Aber Teamarbeit ist wohl nicht die Stärke unserer Landesregierung.»

Unterstützung erhält Kaufmann von links, von Daniel Lampart, dem Chefökonomen des Gewerkschaftsbundes: «Das Parlament hat die IV in die Schulden laufen lassen. Nun muss es diesen Fehler korrigieren. Wegen den tiefen Zinsen fährt der Bund in den nächsten Jahren sogar günstiger, als wenn er die IV nicht entschulden würde.» Die Überlegungen von Kaufmann und Lampart stossen auch in der politischen Mitte auf Interesse: «Dieser Vorschlag ist sicher einmal im Zusammenhang mit dem für den Dezember 2012 erwarteten Konsolidierungs- und Aufgabenprüfungspaket 2014 genauer zu prüfen», sagt CVP-Fraktionschef Urs Schwaller.