Türkei-Referendum

So haben die Türken in der Schweiz abgestimmt

Auch Millionen Türken im Ausland waren zur Abstimmung aufgerufen.

Auch Millionen Türken im Ausland waren zur Abstimmung aufgerufen.

Die Türkinnen und Türken in Deutschland und Österreich haben das Präsidialsystem von Recep Tayyip Erdogan mit grosser Mehrheit angenommen. Ganz anders in der Schweiz.

Rund 62 Prozent der Türkinnen und Türken, die beim Verfassungsreferendum ihre Stimmen in der Schweiz abgaben, lehnten die Reform ab. Der Anteil der Nein-Stimmen, die in der türkischen Botschaft in Bern abgegeben wurden, liegt sogar bei 70 Prozent. Im Generalkonsulat in Zürich waren 64 Prozent Nein-Stimmen in der Urne. Im Konsulat in Genf hingegen unterstützte eine Mehrheit der Stimmenden (55 Prozent) die umstrittene Verfassungsreform von Präsident Erdogan.

Anders als in der Schweiz erfuhr in Deutschland Erdogans Präsidialsystem beim Referendum viel mehr Zustimmung - sogar mehr als in der Türkei selber. Die in Deutschland lebenden Türken haben mit fast Zweidrittelmehrheit mit Ja gestimmt.

63,1 Prozent votierten beim Referendum mit "Ja", wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu nach Auszählung fast aller Stimmen aus dem Ausland meldete. In Österreich lag die Zustimmung mit 73,2 Prozent noch höher.

In den Niederlanden konnten die Unterstützer des Präsidialsystems 71 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Auf den höchsten Wert in Europa kam Belgien mit 75,1 Prozent "Ja"-Stimmen. In Frankreich stimmten 65 Prozent für die Verfassungsreform.

2,9 Millionen im Ausland stimmberechtigt

Ungleich niedriger war hingegen die Zustimmung der Wahlberechtigten in Schweden (47 Prozent), im Vereinten Königreich (20 Prozent). Ebenfalls klar ablehnend die Wahlberechtigten in den USA (16 Prozent Ja-Stimmen), Russland (26 Prozent) und Australien (42 Prozent).

Rund 2,9 Millionen Stimmberechtigte beim Verfassungsreferendum leben ausserhalb der Türkei, drei Viertel von ihnen in fünf europäischen Ländern: In Deutschland waren 1,43 Millionen wahlberechtigte Türken registriert, in Frankreich 326'000, in den Niederlanden 253'000, in Belgien 138'000, in Österreich 108'561 und in der Schweiz 95'263. Die Wahlbeteiligung lag in der Schweiz bei 57,1 Prozent.

Besonders mit Deutschland und den Niederlanden hatte der Streit um Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsmitglieder für schwere Verwerfungen mit Ankara geführt. Erdogan hatte beiden Ländern "Nazi-Methoden" vorgeworfen.

Nach den Zahlen von Anadolu stimmten im Ausland insgesamt 59,2 Prozent der Wahlberechtigten mit "Ja", im Inland waren es demnach 51,2 Prozent. Die Zahlen von Anadolu weichen leicht von denen der Wahlkommission ab. Auslandtürken machten etwa fünf Prozent aller Wahlberechtigten aus.

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