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SNB-Chef Hildebrand: Das sagte er an der Pressekonferenz

Philipp Hildebrand wird auch von den Zeitungen kritisiert (Archiv)

Philipp Hildebrand wird auch von den Zeitungen kritisiert (Archiv)

Hat er oder hat er nicht Insider-Wissen genutzt? Um 16 Uhr nimmt Notenbankchef Philipp Hildebrand Stellung zu den Vorwürfen der letzten Tage. Hier finden Sie den Livestream der Pressekonferenz.

+++++++ Das geschah an der Pressekonferenz +++++++

Philipp Hildebrand bedankt sich für die Aufmerksamkeit und beendet die Pressekonferenz nach gut 70 Minuten.

«Rückblickend habe ich ganz klar Fehler gemacht, das bedaure ich auch. Ich habe aber stets regelkonform gehandelt», sagt Hildebrand und fordert mehr Transparenz.

Hansueli Raggenbass, Präsident des Bankrats: Eine Überprüfung des internen Reglements ist nun nötig. Wir werden alle Möglichkeiten prüfen. Wir werden alles dafür tun, dass ein solcher Vorgang zukünftig nicht mehr möglich sein wird.»

Hildebrand bestätigt auf eine Frage von Patrick Müller, «Sonntag»-Chefredaktor: «Es ist ganz klar, dass meine Frau diesen Auftrag aus ihrer Galerie per E-Mail getätigt hat.»

Hildebrand wiederholt: «Ich bedaure, dass das passiert ist und würde es heute anders machen.»

Ein IT-Mitarbeiter hat offenbar Screenshots von Kontoinformationen gemacht. Das Aufrufen solcher Informationen sei in Banken oft möglich, auch wenn das konkrete Ausdrucken von Belegen meistens nicht möglich ist. So sei dies zumindest bei Bank Sarasin der Fall. Er wisse nicht, ob dies im konkreten Fall mit einem Handy oder auf dem Computer geschehen sei. Diese Bilder seien aus der Bank transportiert worden. Diese Informationen hat Hildebrand von der Bank Sarasin erhalten.

Hildebrand: Eine Massnahme wie etwa der Mindestkurs der Nationalbank wurde beim Erarbeiten des Reglements nie in Erwägung gezogen.

Hildebrand gesteht rückblickend ein, dass das lange Zuwarten mit der Veröffentlichung des internen Reglements unnötig war. Man habe gewartet, bis die ganze Geschichte bekannt sei, so Hildebrand.

Seit zwei Tagen wisse man sehr viel. Aber es sei unklar, ob man alles wisse, wiederholt sich Hildebrand mehrmals – auch was die Indiskretionen gegenüber der «Weltwoche» betrifft.

Die Frage fällt, ob er denn bereit wäre, seine Bankdaten offen zu legen. Sein Kommentar: «Auf Wunsch des Bankrats und des Bundesrats wäre ich bereit, alle Kontodetails offenzulegen, seit ich 2003 Mitglied des Direktoriums wurde. Die Frage ist nur, ob für die Öffentlichkeit oder für den Bundesrat.»

Hansueli Raggenbass, Präsident des Bankrats, glaubt, dass die Glaubwürdigkeit der SNB noch nicht angekratzt wurde.

«Solange ich die Unterstützung des Bundesrats habe, steht ein Rücktritt nicht zur Diskussion», spricht Hildebrand Klartext.

Hildebrand könne sich dennoch einen kleinen Vorwurf machen. Und zwar, dass er seine Frau bei Dollar-Transaktionen gewähren liess, auch wenn sie über geldpolitische Entscheide nicht informiert gewesen sei.

Den Auftrag zur Transaktion hat meine Frau am 15. August per E-Mail unserem Kundenberater – unserem langjährigen Kundenberater – gegeben», sagt er. Damit widerspricht Hildebrand der Darstellung der «Weltwoche», dass der Auftrag per Telefon erteilt wurde.

Hildebrand gibt bekannt, dass er den Dollar-Gewinn der Berghilfe spendete. Das sind rund 75000 Franken. Brisant: Hildebrand sitzt im Beirat der Berghilfe.

Laut Hildebrand hat seine Frau stets eine Vollmacht gehabt.

«Ich habe mich zu jedem Zeitpunkt nicht nur reglementskonform, sondern auch korrekt verhalten», sagt Hildebrand. «Ich bin mir keiner Verfehlung bewusst».

«Wir haben einen Teil unseres Vermögens in US-Dollar angelegt. Es geht uns dabei um eine langfristige Aufteilung unseres Vermögens auf verschiedene Währungen.»

«Diese Prüfungen, die am 21. Dezember abgeschlossen wurden, bestätigten eines: Weder ich noch meine Familie haben unzulässige Transaktionen vorgenommen.»

Pressekonferenz: «Ich wurde am 15. Dezember von der Bundespräsidentin mit der Frage konfrontiert, ob ich mit der Einführung in unzulässiger Weise Vermögensvorteile erlangt habe», sagt Hildebrand. «Ich habe unverzüglich eine Prüfung angeordnet und habe angeboten, alle meine Bankdaten offen zu legen», sagt HIldebrand an der Pressekonferenz.

Vor der Pressekonferenz: «Die SNB ist eine sehr wichtige Institution für die Schweiz. Und wichtig dabei ist die Glaubwürdigkeit, welche nicht leiden darf. Es ist wichtig für die SNB, dass man diese Glaubwürdigkeit wieder herstellen kann», sagt Spieler im Interview.

Vor der Pressekonferenz: «Er muss neue Fakten auf den Tisch legen. Ich erwarte auch, dass er den Mailverkehr offenlegt. Es bleibt die moralische Frage. Warum hat es ein SNB-Chef nötig, selbst Profit zu schlagen?», sagt Martin Spieler, Chefredaktor der «SonntagsZeitung».

Vor der Pressekonferenz: Die Spannung ist gross. Was wohl Philipp Hildebrand zu den Vorwürfen zu sagen hat? In wenigen Minuten gehts los.

Vor der Pressekonferenz: Für die Journalisten serviert die SNB an der Pressekonferenz Aargauer Rüeblikuchen und Nespresso-Kaffee.

Vor der Pressekonferenz: Um 15.30 Uhr gingen die Türen zum Pressekonferenzraum für die Medienschaffenden auf. Der SNB-Chef wird auf 16 Uhr erwartet.

Vor der Pressekonferenz: Dutzende Journalisten stehen vor dem Eingang zur Schweizerischen Nationalbank Schlange, ein grosses Medieninteresse.

Im Gebäude der Schweizerischen Nationalbank nimmt Philipp Hildebrand Stellung zu seinen Devisengeschäfte. Was der Chef der Schweizer Nationalbank zu den schweren Vorwürfen sagt, erfahren Sie hier. In der Sendung «Aktuell» ab 18 Uhr auf Tele M1 sagt SVP-Nationalrat Maximilian Reimann ausserdem, was er von den Aussagen Philipp Hildebrands hält. (sha)

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