Er ist der Mann der Stunde danach: Thomas Matter, 48, Banker. Für viele SVP-Politiker war er lange ein Wunschkandidat für den Nationalrat.

Jünger und finanzaffiner sollte die Fraktion werden. Nun, da SVP-Urgestein Christoph Blocher seinen Sitz im Parlament überraschend räumt, erfüllt sich dieser Wunsch. Thomas Matter wird Blochers Nationalratssitz erben.

Seit 2011 war klar: Er will einen Sitz im Nationalrat. Damals rechnete der in Meilen wohnhafte Matter allerdings frühestens mit dem Jahr 2015. Für Matter kam Blochers Rücktritt eben so überraschend wie für den Rest der Schweiz.

Ob er trotzdem schon bereit sei? «Selbstverständlich stehe ich bereit und würde mich freuen, unsere Fraktion im Nationalrat zu ergänzen», sagt er auf Anfrage gegenüber der «Nordwestschweiz». Dennoch: Blochers Rücktritt aus dem Parlament sei ein grosser Verlust, sagt er.

Mit Matter zieht ein wirtschaftsliberaler SVPler ins Parlament. Im Herbst 2010 gründete er die «IG Schweizer Unternehmer gegen wirtschaftsfeindliche Initiativen» und bekämpfte mit Gleichgesinnten die SP-Steuerinitiative.

2011 gründete er die Neue Helvetische Bank mit, die er auch präsidiert und übernahm in der SVP das Amt des Säckelmeisters der Kantonalpartei.

Matter ist mit einem geschätzten Vermögen von 100 bis 200 Millionen Franken finanziell potent und in dieser Hinsicht auch für die Fussstapfen von Christoph Blocher geeignet.

Smart und anständig

«Thommy» oder «Thomi» nennen ihn seine Freunde auf Facebook und gratulieren nicht nur zum Geburtstag am 23. März sondern jetzt auch zum neuen Nationalratssitz.

Stöbert man durch seine online Bildgalerie, trifft man Thommy auch mal als Torwart im Fussballdress an oder posierend als locker-lässiges Dreiergespann mit Christoph Mörgeli und Roger Federer an den Swiss Indoors 2012.

Ein smarter Typ ist er und passt damit ins SVP-Beuteschema, das sie sich auf die Fahne geschrieben hat.

Auf der Politbühne gibt sich Matter anständig - ja gar ruhig, vergleicht man ihn mit seinem Vorgänger Blocher, der immer wieder mal als Polteri bezeichnet wird.

Für die ein oder andere Überraschung dürfte Matter dennoch zu haben sein: Immerhin tourte er für die Nationalratswahlen 2011 mit einem alten VW-Bus Jahrgang 74 durch den Kanton.