Die bisher beschlossenen Integrationsmassnahmen seien unzureichend, es drohten rasant steigende Sozialhilfekosten, warnt die SKOS in einer Mitteilung vom Freitag. Von den anerkannten Flüchtlingen sei nach zehn Jahren in der Schweiz immer noch jeder zweite erwerbslos, bei den vorläufig Aufgenommenen seien es gar drei Viertel.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, müssten Staat und Wirtschaft vermehrt in die berufliche Qualifikation investieren, schreibt die SKOS weiter. Im Visier hat die Sozialhilfekonferenz nicht primär Hilfsjobs für Ungelernte, denn diese würden immer rarer. Zudem reiche der Lohn bei solchen Jobs häufig nicht zum Leben, die Personen seien trotzdem auf Sozialhilfe angewiesen. Vielmehr sollen jene Fachkräfte ausgebildet werden, die in der Schweiz gesucht sind.

Die SKOS präsentierte am Freitag einen ganzen Forderungkatalog, mit dem dieses Ziel erreicht werden soll. Unter anderem brauche es rasch 5000 zusätzliche Plätze in Arbeitsprogrammen, ein individuelles Job-Coaching und wirksame Anreize für Arbeitgeber wie etwa Einarbeitungszuschüsse. Bürokratische Hürden sollen abgebaut und die Integrationspauschale des Bundes von heute 6000 Franken pro Person erhöht werden. Auch stellensuchende Inländer sollen von den Massnahmen profitieren können.

Ausbildungspflicht für Flüchtlinge

In der Pflicht sieht die SKOS neben Bund, Kantonen und Gemeinden auch die Wirtschaft sowie die Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen selbst. Mit der Wirtschaft brauche es verbindliche Vereinbarungen. Personen mit Bleiberecht sollen zu einer beruflichen Ausbildung verpflichtet werden können, eine entsprechende Gesetzesänderung sei zu prüfen.

Die zusätzlichen Arbeitsmarkt-Integrationsmassnahmen haben ihren Preis: Die SKOS rechnet mit Kosten von rund 100 Millionen Franken pro Jahr. Die Investition lohne sich, langfristig könnten "enorme Kosten gespart werden", zeigt sich die SKOS überzeugt.

Eine Person in der Sozialhilfe koste pro Jahr rund 25'000 Franken. Wenn die Sozialhilfeabhängigkeit von Personen im Asylbereich im Schnitt um ein Jahr reduziert werden könne, seien die anfallenden Zusatzkosten bereits vollständig gedeckt.