Freizeitsport

Skisaison: Langsam-Pisten sind ein Witz

Ab auf die Piste: Skifahren ist laut einer österreichischen Studie gut für die Gesundheit (Archiv)

Ab auf die Piste: Skifahren ist laut einer österreichischen Studie gut für die Gesundheit (Archiv)

Mit «Slow Slopes» (Langsam-Pisten) soll das Unfallrisiko auf den Skipisten gesenkt werden. Doch das «Pilotprojekt» kommt nur im Schneckentempo voran - und das hat mit einer umstrittenen Suva-Werbekampagne zu tun.

Im vergangenen Winter haben Suva, die Beratungsstelle für Unfallverhütung und Seilbahnen Schweiz «Slow Slope» lanciert. Auf den Hängen mit diesem Label sollen sich Familien mit Kindern, Schneesportschulen oder ältere Leute sicher fühlen können. Doch jetzt ist das Projekt offenbar ins Stocken geraten. Nur Thyon VS, Grindelwald BE und Zermatt VS bieten diesen Winter eine Slow Slope an.

Im vergangenen Dezember wurde noch mitgeteilt: «Wir wünschen, dass es nächste Saison in jedem Kanton eine Slow Slope gibt.» Samuli Aegerter, Kampagnenleiter Schneesport bei der Suva: «Das Pilotprojekt wird verlängert. Wir sind noch nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Insbesondere möchten wir gut prüfen, wie unser Angebot bei den Gästen ankommt.»

St. Moritz geht eigene Wege

Auf ein eigenes Projekt mit dem Namen «Chillout Riding» setzt St. Moritz. «Auf der Piste soll nicht nur langsam gefahren werden - vielmehr geht es darum, eine neue Einstellung und Haltung zum Skifahren zu erwirken», sagt Dieter Bogner, Marketingleiter der Bergbahnen Engadin St. Moritz AG.

Beim Slow-Slope-Projekt mache man wegen der abschreckenden Suva-Werbekampagne nicht mit. Diese zeigte im letzten Winter einen Werbespot, auf dem ein Wildschwein zu sehen ist, das in eine Gruppe Kinder rast. «Das verängstigt die Leute und hält sie davon ab, Ski zuf ahren. Wir verzichten darum darauf, in unserem Skigebiet Suva-Plakate aufzuhängen und an deren Aktionen teilzunehmen», sagt Bogner. Grundsätzlich hätten Suva und Bergbahnen dasselbe Ziel, sagt Aegerter dazu: «Die Gäste sicher den Berg herunterzubringen». Schade sei, dass das Pilotprojekt «Slow Slope» und die Plakatkampagne in dieser Art in Zusammenhang gebracht würden.

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