Wintersport
Skilehrer-Mangel: Jetzt sollen Gäste in die Bresche springen

Der Skilehrer-Beruf ist im Wandel. Früher haben mehrheitlich einheimische Bauern und Handwerker den Gästen das Skifahren beigebracht. Doch viele von ihnen haben heute grössere Betriebe und sind dort auch im Winter eingespannt. Nun fehlt der Nachwuchs

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In den Bergen herrscht Skilehrermangel (Archiv).

In den Bergen herrscht Skilehrermangel (Archiv).

KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Riet Campell, Direktor von Swiss Snowsports, dem Dachverband der Schweizer Skischulen hat deshalb ein Konzept ausgearbeitet. Dieses liegt der Zeitung «Schweiz am Sonntag» vor und zeigt: Unterländer sollen vermehrt Skilehrer werden.

«Vom Gast zum Skilehrer» heisst den auch das Konzept. Die Idee: langjährige Feriengäste die sämtliche Skischulklassen durchlaufen haben für den Beruf motivieren. «Sie sind perfekt geeignet», sagt Campell. Nicht nur, weil sie die Pisten kennen und oftmals eine Ferienwohnung zum Übernachten hätten, sondern weil sie den Saisonjob mit einer Ausbildung kombinieren können.

«Meist unterrichten sie eine volle Saison und kommen später noch ein paar Wochen in der Hauptsaison hoch. Das stimmt für alle», sagt Campell. Auch für die Berggebiete. Durch die Integration ins Dorfleben würden sich langjährige Touristen eher mit dem Ort verbunden fühlen und auch künftige Ferien dort verbringen.

Skilehrer müssen mindestens 17 Jahre alt sein. Zudem sollten sie mindestens die Kinderskilehrer-Ausbildung abgeschlossen haben. Wer will, kann sich danach noch zum Aspirant, Instruktor oder Swiss Snow Pro weiterbilden.

Der Vorteil: Je höher die Ausbildung, desto niveaustärker die zu unterrichtenden Klassen und desto höher der Lohn. Dieser variiert zwischen 30 und 70 Franken pro Stunde. Und auch regional gibt es Unterschiede. Bereits heute machen Studenten einen markanten Teil der Skilehrer aus. So auch in der Skischule Hasliberg BE.

«Wir machen sehr gute Erfahrungen mit ehemaligen Gästen, die nun unterrichten», sagt Skischulleiter Heinz Anderegg. Oft würden sie mehrere Sprachen sprechen und seien sehr motiviert. Rund 25 Prozent der Mitarbeiter seien in der Skischule Hasliberg Studenten oder ehemalige Gäste, sagt Anderegg. Besteht das Risiko, dass die Skischulen künftig zu wenig hochqualifizierte Lehrer haben? Nein, sagt Anderegg. «Auch unter den Studenten gibt es immer ein paar, die sich weiterbilden wollen.» Wegen der Fluktuation benötigt eine Schule mit 50 Lehrern jährlich rund fünf neue Kinderkursleiter und zwei neue Lehrer mit einer höheren Ausbildung.

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