Die Blocher-Abwahl

12. Dezember 2007: Die Abwahl von SVP-Übervater Christoph Blocher

12. Dezember 2007: Die Abwahl von SVP-Übervater Christoph Blocher

«Pfui! Pfui! Pfui!», entfährt es den SVP-Anhängern, als sie via Live-Übertragung erfahren, dass Christoph Blocher nicht in seinem Amt bestätigt worden ist und stattdessen seine Parteikollegin Eveline Widmer-Schlumpf in den Bundesrat gewählt ist. Widmer-Schlumpf ist Sprengkandidatin von SP und CVP und holt im zweiten Wahlgang zehn Stimmen mehr als Blocher. Nach einem Tag Bedenkzeit nimmt Widmer-Schlumpf die Wahl an, die SVP geht in die Opposition.

Am 1. November 2008 wird die Bürgerlich-Demokratische Partei, BDP, als Abspaltung der SVP gegründet, der auch Bundesrätin Widmer-Schlumpf angehört. Am 28. Oktober 2015 gibt Eveline Widmer-Schlumpf bekannt, bei den diesjährigen Bundesratswahlen nicht mehr anzutreten – nicht ohne Humor:

Spannte ihr Publikum gehörig auf die Folter, war sichtlich nervös und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf gibt ihren Rücktritt bekannt.

Spannte ihr Publikum gehörig auf die Folter, war sichtlich nervös und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf gibt ihren Rücktritt bekannt.

Das Ende der Zauberformel

(Quelle: Tagesschau/SRF)

Blocher Wahl Bundesrat 2003

10. Dezember 2003: Christoph Blocher knackt die Zauberformel

Ein Moment für die Geschichtsbücher. Nicht nur, dass Christoph Blocher nach 44 Jahren die Zauberformel für die Zusammensetzung der Schweizer Landesregierung umstösst – mit Ruth Metzler wird auch erstmals seit 131 Jahren ein amtierendes Bundesratsmitglied nicht im Amt bestätigt. 

Die Brunner-Schlammschlacht

10. März 1993: Ruth Dreifuss wird Bundesrätin

10. März 1993: Ruth Dreifuss wird Bundesrätin

Dieser Damenwahl geht eine Schlammschlacht um die Kandidatur von Christiane Brunner voran. Das Parlament will die offizielle SP-Kandidatin und Gewerkschaftsführerin dann nicht wählen. Es entscheidet sich stattdessen für den Neuenburger SP-Mann Francis Matthey. Schliesslich schafft es aber doch noch eine Frau in die Regierung – so wie es die vorangehenden Proteste forderten. Matthey tritt auf Druck seiner Partei zurück, stattdessen tritt neben Brunner Ruth Dreifuss zum zweiten Wahlgang an. Sie wird nach dem Verzicht von Christiane Brunner in den Bundesrat gewählt.

Der Kopp-Skandal

12. Januar 1989: Elisabeth Kopp tritt zurück

12. Januar 1989: Elisabeth Kopp tritt zurück

Am 2. Oktober 1984 ist mit Elisabeth Kopp die erste Frau in den Schweizer Bundesrat gewählt worden. Der Skandal folgt vier Jahre später und gipfelt im Rücktritt der FDP-Frau am 12. Januar 1989. Grund sind die Verwicklungen ihres Ehemannes Hans W. Kopp. Erst wird dieser der Steuerhinterziehung beschuldigt, dann kommt ans Licht, dass er aufgrund eines Verwaltungsrats-Mandats in Geldwäschereigeschäfte verwickelt ist. Kopp fordert ihren Mann per Telefon dazu auf, sein VR-Mandat abzugeben, was dieser auch tut. Der Rücktritt erfolgt aufgrund öffentlichen Drucks und weiteren belastenden Medienberichten.

Das Uchtenhagen-Ausstechen

7. Dezember 1983: Die Nichtwahl von Lilian Uchtenhagen

7. Dezember 1983: Die Nichtwahl von Lilian Uchtenhagen

Es hätte schon 1983 eine SP-Frau werden sollen. Doch statt Lilian Uchtenhagen wird Otto Stich gewählt. Vorangegangen ist eine Schlammschlacht gegen die weibliche Kandidatin – Absprachen und Intrigen haben die Wahl der ersten Bundesrätin 1983 verhindert.

Die Zauberformel-Geburt

17. Dezember 1959: Die Geburt der Zauberformel

17. Dezember 1959: Die Geburt der Zauberformel

2 x FDP, 2x CVP, 2 x SP, 1 x SVP: Bei den Bundesratswahlen 1959 wird erstmals die legendäre Zauberformel gebildet. Bis 2003 (siehe oben) setzt sich die Schweizer Landesregierung nach diesem Modell zusammen. (smo)