Thilo Sarrazin

Skandal um Thilo Sarrazin: Eva Herman lässt grüssen

Neues Ungemach für Thilo Sarrazin. Eine geplante Lesung mit dem provokativen Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank wurde abgesagt. Für die Buch-Auflage kann dies nur förderlich sein.

Der SPD-Mann Thilo Sarrazin beherrscht in diesen Tagen die Schlagzeilen in Deutschland. Er hat ein Buch über die Integration in Deutschland geschrieben. Doch anstatt über den Inhalt des Buches zu diskutieren, stehen einmal mehr die kruden Thesen Sarrazins im Mittelpunkt.

Mit einem Interview erklärte Sarrazin: «Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden.»

Rauswurf wird diskutiert

Diese Aussage führte dazu, dass sich nun sowohl seine Partei als auch die Deutsche Bundesbank mit seinem Rauswurf befassen.

Und nun dies: Wegen Sicherheitsbedenken ist eine geplante Lesung mit dem umstrittenen Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) in Hildesheim abgesagt worden, berichtet die «welt.de».

Hartz-IV-Empfänger und Kopftuchmädchen

Sarrazin war nie ein Mann der leisen Worte. So meinte er 2008 zu Hartz-IV-Empfängern: «Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht.» Danach nahm er sich den türkischen und arabischen Einwanderern an: Sie hätten «keine produktive Funktion ausser für den Obst- und Gemüsehandel» und produzierten «ständig neue kleine Kopftuchmädchen.»

Für die Lancierung seines Buches hat er nun mit der Aussage zum Juden-Gen einen Skandal produziert. In der hitzigen Debatte wurde Sarrazin gar mit Hitler und Göbbels verglichen. Wie «Tagesanzeiger/newsnetz» berichtet, wird die Aufregung in Israel nicht verstanden. Im Gegenteil da werde gar stolz vom «jüdischen Gen» gesprochen.

In Anbetracht der deutschen Vergangenheit ist es jedoch nachvollziehbar, warum diese Aussagen in Deutschland einen Sturm der Entrüstung nach sich gezogen haben.

Gelungener PR-Coup

Nachvollziehbar ist aber auch, dass sich die Skandalisierung der Aussage auflagensteigerd für Thilo Sarrazins Buch auswirken wird. Und da die Aussagen zum «jüdischen Gen» nicht im Zentrum des Buches stehen, bleibt die Frage, ob es sich dabei nicht einfach nur um einen gelungenen PR-Coup für die Publikation handelt.

In diesem Zusammenhang lässt Eva Herman grüssen. Der ehemaligen TV-Lady ist ebenfalls ein Bestseller gelungen, indem sie behauptete, dass im Dritten Reich nicht alles schlecht gewesen sei. Der Skandal war perfekt und die Autorin landete den erhofften Bestseller.

Haften bleiben wird wohl aber nicht der Inhalt des Sarrazin-Buches, sondern die im Vorfeld getätigten Aussagen des Autors. Auch hier lässt Eva Herman grüssen. (dno)

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