Sissach
Sissach braucht den Schulraum des Kantons wieder selber

Erwartungsgemäss segnete die Gemeindeversammlung von Sissach alle Anträge des Gemeinderates mit grossem Mehr ab. Das Budget zeigt bei einem Gesamtaufwand von 24,2 Millionen Franken einen kleinen Mehraufwand von 570 000 Franken. Die Abschreibungen von 2,2 Millionen Franken ausgeklammert, verbleiben somit selbst erwirtschaftete Mittel von 1,6 Millionen Franken.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Otto Graf

Da die Gemeinde im kommenden Jahr netto und ohne die Spezialfinanzierungen Wasser und Abwasser aber mit den Sekundarschulbauten 3,1 Millionen Franken investieren will, dürfte die Verschuldung um etwa 1,5 Millionen Franken ansteigen. Auch in den Folgejahren möchte man im Bezirkshauptort kräftig investieren.

Warten auf den Kanton

«Laut letzten Meldungen aus Liestal soll der Kanton die Sekundarschulbauten Mitte 2010 ins Eigentum übernehmen», sagte die Sissacher Gemeindepräsidentin Petra Schmidt, setzte aber hinter ihre Aussage gleich ein dickes Fragezeichen. Deshalb sei man beim Budgetieren davon ausgegangen, dass die Sekundarschulhäuser auch Ende 2010 immer noch der Gemeinde gehören werden. Andernfalls sei man bei der Gemeinde flexibel.

Im Schulbereich wird es aber 2011 definitiv grössere Veränderungen geben. Die Gemeinde braucht für die Primarschule dringend mehr Platz. Deshalb hat sie dem Kanton auf Sommer 2011 das Schulhaus Bützenen gekündigt, in dem ein Teil der Sekundarschule untergebracht ist. Die entsprechende Abteilung muss somit in die Sekundarschulanlage Tannenbrunn zügeln, was von der Lehrerschaft der Sek mit einiger Skepsis betrachtet wird. Obwohl die heilpädagogische Tagesschule im Tannenbrunn auszieht, zeichnen sich räumliche Engpässe ab, verdeutlichte Schulleiter Beat Lüthi. Er appellierte an Kanton und Gemeinde, die Schulplanung seriös zu betreiben und auf einen Machtpoker zu verzichten. Schmidt pflichtete bei und bekräftigte: «Niemand soll sich als Spielball fühlen.»

Weiter bewilligte die Versammlung einen Kredit von 180 000 Franken für den Ersatz einer Lärm- und Sichtschutzwand im Schwimmbad und segnete die überarbeitete Quartierplanung «Coop Bau+Hobby» und ein neues Strassenreglement ab.