lehrer
«Simonetta war ein scheues Mädchen»

Bekommt das Freiamt nach Doris Leuthard aus Merenschwand eine zweite Bundesrätin? Gut möglich. Kronfavoritin Simonetta Sommaruga ist nämlich in Sins aufgewachsen. Lehrer erinnern sich.

Drucken
Teilen
Simonetta ist Freiämterin

Simonetta ist Freiämterin

Jörg Baumann

Weggefährten aus der Jugendzeit von Simonetta Sommaruga wissen nur Gutes über die mögliche neue Bundesrätin und Nachfolgerin von Moritz Leuenberger zu erzählen: «Sie war eine gute Schülerin», berichtet der pensionierte Lehrer Guido Keusch (77).

Keusch unterrichtete damals an der Bezirksschule Sins Mathematik und Biologie. Bei ihm gingen alle vier Sommaruga-Kinder zur Schule. «Simonetta war fleissig und hatte gute Noten. Und sie zeigte schon in der Schule eine auffällige musische Begabung.» In den Klassenverband habe sich Simonetta Sommaruga «unauffällig eingegliedert», sagt Keusch. «Zu ihren Mitschülern hatte sie einen guten Kontakt.»

Simonetta war ein scheues Mädchen

Simonetta Sommaruga, geboren am 14. Mai 1960, wuchs mit ihren drei Geschwistern in der Sinser Küngsmatt, im Schatten der katholischen Pfarrkirche, in einem musischen Elternhaus auf. Vater Marco Sommaruga war Direktor des Lonza-Werks in Sins. «Ein bescheidener Mann», berichtet Guido Keusch, der mit Sommaruga im Pfarreirat sass. Vater Sommaruga präsidierte die Primarschulpflege Sins. Ein politisches Amt in der Gemeinde habe er aber nicht gesucht. Dafür sei er zu zurückhaltend gewesen.

Bezirkslehrerin Hildegard Koch, bei der Simonetta Sommaruga Französisch und Italienisch lernte, ist Simonetta als scheues Mädchen, aber auch als gute Schülerin aufgefallen.

Simonettas politisches Talent sei an der Bezirksschule nicht zum Vorschein gekommen, erinnert sich Keusch. «Politische Diskussionen wurden an der Schule nicht geführt.» Dafür machte sie in der Pfadi Sins mit. Und Simonetta lernte wie ihre drei Geschwister ein Instrument: erst Blockflöte, dann Gitarre und schliesslich Klavier am Konservatorium Luzern.

Politisiert am Gymnasium

Politisiert wurde Simonetta Sommaruga vermutlich am Gymnasium Immensee, wo sie die B-Matur ablegte, weiss ihr damaliger Geschichtslehrer Bruno Thurnherr. «Ich ging im Unterricht ausführlich auf die neueste Schweizer Geschichte ein. Dafür hat sich Simonetta Sommaruga interessiert.» Thurnherr schildert seine frühere Schülerin als «ausgeglichen und harmonisch». Sie sei am Gymnasium eine gute Schülerin gewesen und bei den Mitschülern gut angekommen. Thurnherr greift vor: «Simonetta Sommaruga wäre das erste Mitglied des Bundesrates, das durch unsere Schule gegangen ist.»

Vorfreude auf eine Bundesrätin, die aus Sins stammt, hat auch Gemeindeammann Josef Huwiler. «Sie macht eine gute Politik», sagt Huwiler, obschon er kein SP-ler, sondern freisinnig ist. Huwiler, zwei Jahre älter als Sommaruga, kennt die Politikerin von der Schulzeit her: «Wir gingen ins gleiche Schulhaus, ich in die Sek, sie in die Bez.» Sollte Simonetta Sommaruga Bundesrätin werden, wäre in Sins ein Fest fällig. «Vorbereitet haben wir aber noch nichts. Die Sinser sind bekannt dafür, dass sie ein Fest auch spontan organisieren können.»

Aktuelle Nachrichten