«Sie ist unnütz und überflüssig»

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Wohlenschwil braucht den Abschnitt 2 der Umfahrung Mellingen nicht, im Gegenteil, vor allem die Einwohner von Büblikon würden darunter leiden. Darüber herrschte an der Gemeindeversammlung in Wohlenschwil absolute Einigkeit.

Dieter Minder

Obwohl die geplante Umfahrung nicht traktandiert war, führte sie unter «Verschiedenem» zur intensivsten Diskussion. Die Umfahrung besteht aus zwei Teilen (AZ 13. 5. 2009). Derjenige von der S-Bahn Haltestelle Mellingen Heitersberg bis in die Birrfeldstrasse ist unbestritten. Dagegen wehren sich die Wohlenschwiler gegen den Abschnitt 2, von der Birrfeldstrasse zur Lenzburgerstrasse. Sie sind überzeugt, dass er unnütz und überflüssig ist. «Treten Sie dem Verein gegen den Abschnitt 2 bei», forderte ein Versammlungsteilnehmer.

Vizeammann Peter Meyer sagte: «Der Gemeinderat will den Abschnitt 2 nicht.» Er habe sich mit allen politischen Mitteln dagegen gewehrt. Nachdem der Grosse Rat das Projekt aber in den Richtplan aufgenommen hat, ist er demokratisch gesichert. Der nächste Knackpunkt sind die Finanzen. Der durch ein Moor führende 2. Abschnitt dürfte teuer werden. Ein Votanten betonte: «Der Abschnitt 2 ist ein völliger Blödsinn, er bringt selbst den Mellingern keine Entlastung.» Dies gelte vor allem für die Lenzburgerstrasse. Vizeammann Meyer, der Mitglied der Projektbegleitgruppe ist, versprach: «Der Gemeinderat wird sich für die Einwohner einsetzen, der Lärmschutz ist uns ein grosses Anliegen.»

Die Kasse ist fast leer

«Wir haben zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben», umriss Franz Melliger, Präsident der Finanzkommission, die finanzielle Lage von Wohlenschwil. Auf der Gemeinde mit dem höchsten Steuerfuss im Bezirk lasten 6 Millionen Schulden. Die Rechnung 2008 hat mit einem Aufwandüberschuss von 341 809 Franken geschlossen. Schon dies ist ein Erfolg, denn budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 664 400 Franken. Die Investitionsrechnung sieht nur besser aus, weil der Kanton die Gemeinde mit zusätzlich 1,175 Millionen Franken unterstützt. Da die Finanzlage weiterhin sehr angespannt ist, wurde der Kanton um einen weiteren Beitrag gebeten.

Um die Lebensqualität zu erhöhen, beteiligt sich die Gemeinde an der Baumpflanzaktion des Fonds Landschaftsschutz Schweiz (FLS). Dieser spendet der Gemeinde 248 Bäume und 500 Sträucher im Wert von 96 250 Franken. Um diese zu pflanzen und zu pflegen, bewilligte die Gemeindeversammlung 32 000 Franken.

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