Die Reitschule ist das Zentrum des Widerstands gegen die Kundgebung, die SVP-nahe Kreise am 18. März auf dem Bundesplatz in Bern planen. Das zeigt sich in mehreren Aufrufen. Auf der Homepage «Rechtehetzestoppen» heisst es zum 18. März: «Schaut am Infopoint (Rössli 8:00-12:00) vorbei.» Mit «Rössli» ist die Bar in der Reitschule gemeint, auf die auch der Aufruf unter dem Titel «Bern brennt!» Bezug nimmt. Er geht deutlich weiter und veröffentlicht gar private Details und Adressen der aktuellen und selbst der ausgestiegenen Organisatoren. Dazu heisst es: «Ausserdem haben wir ein paar Infos zusammengetragen, was ihr damit macht, sei euch selber überlassen.»

Die Reitschule war schon das Zentrum im Zusammenhang mit den Ereignissen um die Hausbesetzung an der Effingerstrasse 29. Dort wurde wohl vieles geplant, wie Recherchen zeigen. Ein Insider sagt, am Wochenende sei die linksradikale Zürcher Aktivistin Andrea Stauffacher zu Vorbesprechungen im gepflegten Esslokal «Sous le Pont» der Reitschule gewesen. Später hätten sich Personen in öffentlich nicht zugänglichen Räumen vermummt und Material in der Reitschule zwischengelagert.

Dass sich Stauffacher, Galionsfigur des Revolutionären Aufbau Zürich (RAZ), offenbar persönlich in die Reitschule begab, deutet darauf hin, dass es auch um den 18. März ging, zumal dieser auf der Aufbau-Homepage prominent thematisiert wird. Stauffacher pflegt enge Kontakte zur Reitschule. Das hatte der Bundesrat 2004 im «Extremismusbericht» festgehalten.

Konfrontiert mit den Recherchen, heisst es im Restaurant «Sous le Pont», von Stauffachers Anwesenheit wisse man nichts. Nicht zu Stauffacher äussern will sich die Berner Kantonspolizei. Sprecherin Ramona Mock sagt aber: «Szenekenner haben uns gemeldet, dass Führungsleute aus anderen Kantonen anwesend waren.»

Roland Staub ist einer der Organisatoren, von dem private Informationen veröffentlicht wurden. Im Wohnort des Verantwortlichen des SVP-Kuriers der SVP Luzern patrouilliert die lokale Polizei. Staub sagt, er organisiere die Kundgebung als Privater.

«Die Reitschule ist wohl mit der ganzen Gewalt überfordert», sagt Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause. Ihr Betrieb habe gelitten. «Sie wird mehr und mehr aufgerieben zwischen den militanten und gewaltbereiten Gruppierungen, welche die Ideale der Reitschule als Deckmantel benutzen.» Es stelle sich die Frage, «wie weit sie noch in der Lage wäre, die Türen tatsächlich zu schliessen». Was Nause damit implizit zu sagen scheint: Die Reitschulverantwortlichen müssten dann wohl selbst mit gewalttätigen Vergeltungsmassnahmen rechnen.