Sich vermehrt einmischen

Die Senioren von heute haben andere Bedürfnisse, deshalb wird sich die Nachfrage nach klassischen Altersheimplätzen verringern. (Bild: Urs Lindt)

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Die Senioren von heute haben andere Bedürfnisse, deshalb wird sich die Nachfrage nach klassischen Altersheimplätzen verringern. (Bild: Urs Lindt)

Kommunale Alterspolitik, Integration und Internetkriminalität. Die Gemeindepräsidenten der Amtei Solothurn-Lebern liessen sich von Fachleuten informieren.

Rahel Meier

Das Thema Alterspolitik werde von den Gemeinden unterschätzt, machte Kurt Boner, Leiter Sozialdienst Oberer Leberberg, an der Gemeindepräsidentenkonferenz der Amtei Solothurn-Lebern in Lommiswil klar. Die klassischen Angebote im Heimbereich, die es heute gebe, seien in 20 Jahren wohl nicht mehr das richtige.

Private würden den sich hier bietenden Markt erkennen und gezielt Angebote aufbauen. Als Beispiel wurde die Überbauung Tertianum in Solothurn genannt. «Viele Altersheime werden heute von Stiftungen betrieben und viele Stiftungsräte sind träge und leider oft auch inkompetent», erklärte Boner provokativ. Die Gemeinden müssten sich unbedingt vermehrt und aktiv in die Alterspolitik einmischen.

Individuelle Lösungen

Die heutigen Senioren würden Lösungen bevorzugen, die massgeschneidert seien. «Wer möchte schon in ein Heim in dem der Tagesablauf vorgegeben ist, wenn es die Möglichkeit gibt, in eine Alterswohnung zu ziehen, wo Angebote zusammengestellt und nach Lust und Laune genützt werden können.» In den Heimen müsse investiert werden: Zwei-Bett-Zimmer seien nicht mehr gefragt.

Die neue Pflegefinanzierung werde die Gemeinden vermehrt belasten, so Boner. Zudem herrsche bereits jetzt Mangel an Pflegepersonal. Sinnvoll wäre es unter anderem deshalb eine regionale Alterspolitik zu betreiben. Boner machte darauf aufmerksam, dass Synergien zwischen den verschiedenen Organisationen wie beispielsweise Spitex, Altersheimen oder Pro Senectute, immer noch viel zu wenig genützt würden und «Gärtlidenken» normal sei.

Integration via Sprache

«Migration ist seit einigen Jahrtausenden eine Tatsache», erklärte Albert Weibel, Integrationsdelegierter Abteilung soziale Dienste und Vormundschaft des Kantons. Integration erfolge in erster Linie über die Sprache. Weibel machte deshalb auf die verschiedenen Möglichkeiten von Deutschkursen für Migranten aufmerksam. Solche Kurse könnten auch ausserhalb der Wohngemeinde besucht werden. Die Kurse werden von Bund und Kanton subventioniert. Die Gemeinden und die Kursteilnehmer zahlen ebenfalls einen Anteil an die Kosten.

Francois Güntensberger (Verlagsleiter Informationsverlag GmbH, ein Fachverlag der Polizei) informierte die Gemeindepräsidenten über «Click it», ein Angebot im dem Internetkriminalität, vor allem sexueller Missbrauch von Jugendlichen via Internet, thematisiert wird. Broschüren für Erwachsene und Kinder können beim Verlag bezogen werden. Auch für Schulen gibt es diverses Info-Material.

Finanzierung zweitrangig

Johannes Friedli, Präsident der Regionalplanungsgruppe Solothurn und Umgebung, informierte über das Regionsprogramm Kultur und machte klar, dass dieses Projekt nur gemeinsam mit den Gemeinden durchgezogen werden könne. «Es ist mir deshalb ein Anliegen, dass richtig und gut informiert wird, damit die Gemeinderäte wissen, worum es geht.» Zuerst müsse über die Kultur als solche diskutiert werden. Sei klar, dass man hinter dem Kulturprogramm stehe, dann gehe es in zweiter Linie um die Finanzierung. Der vorgeschlagene Verteilschlüssel sei nicht heilig.

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