In der Sendung «Talk Täglich» auf TeleZüri diskutierten SVP-Nationalrat Gregor Rutz und Theologe Markus Flückiger. 

Alle sieben Jahre fällt der Heilige Abend auf einen Sonntag. Die Geschäfte wollen trotzdem öffnen: Es lockt das lukrative Weihnachtsgeschäft. Shoppen am Sonntag? Das sorgt bei den Kirchen für Unmut: "Wir denken nicht, dass es sinnvoll ist, einen Sonntagsverkauf gleichzeitig zum Heiligabend zu veranstalten", macht Theologe und Vorsteher der Schweizerisch Evangelischen Allianz, Markus Flückiger, gleich zu Anfang der Sendung klar. 

Die katholische wie auch die reformierte Kirche veröffentlichten zusammen eine Stellungnahme, in der sie sich gegen einen verkaufsoffenen Sonntag am 24. Dezember aussprachen. "Wir sehen hier den Schutz des Menschen im Vordergrund. Er braucht auch die Freiheit, sich zu entspannen und zu erholen", begründet Flückiger. "Und wer bis zum 24. noch keine Geschenke hat, hätte vorher überlegen müssen." 

Gregor Rutz, SVP-Nationalrat aus dem Kanton Zürich, geht sonntags gerne in die Kirche. Aber: "Hier müssen wir aufpassen, das wir nicht übertreiben. Fällt der 24. auf einen normalen Werktag, gehen die Leute auch arbeiten und wenn sie das Bedürfnis haben, einzukaufen, sollen sie das tun können."

Ausserdem finde der Heilige Abend ja am Abend statt, wie Rutz betont, und dann seien die Läden ja sowieso geschlossen. "Ladenöffnungszeiten muss man dem Markt überlassen. Ich habe keine Angst, dass bald alle Geschäfte sieben Tage die Woche bis in die Nacht geöffnet haben – die Nachfrage ist nicht da." 

"Ich war froh, sonntags arbeiten zu können"

Theologe Flückiger geht es um den Schutz der Detailhandels-Angestellten, die auch die Möglichkeit haben sollten, am Abend zu feiern: "Aber sie müssen nach Ladenschluss noch aufräumen und vorbereiten, da sind sie nicht am Nachmittag schon fertig." 

Moderator Markus Gilli wendet ein, dass nicht jeder Weihnachten feiern würde. Und da die Löhne am Wochenende höher seien, sei für die Angestellten die Arbeit am Sonntag sogar sehr lukrativ. Dem stimmt Nationalrat Rutz zu: "Während dem Studium habe ich in einem Kleiderladen gearbeitet und war froh, sonntags arbeiten zu können."

Arbeitgeber müssen aber nicht auf die Anliegen der Angestellten eingehen, wie das jüngste Beispiel des Glattzentrums in Wallisellen zeigt. "Die Leute protestierten dagegen, am 24. Dezember arbeiten zu müssen, wurden aber einfach untergebuttert", so Moderator Gilli. Für Theologe Flückiger ein Beispiel von "Konsumtempeln". Etwas sarkastisch fügt er an: "Bald wird man diese anbeten." 

Sehen Sie hier die ganze Sendung:

Streit um Sonntagsverkauf an Heiligabend

Streit um Sonntagsverkauf an Heiligabend

Heiligabend fällt dieses Jahr auf einen Sonntag und stellt die Arbeitspflicht in Frage. Kirche und Shoppingcenter liegen sich hier in den Haaren.