Facebook-Streit
Shitstorm wegen Juso-Aktion: Spiess-Hegglin will Glarner-Fans anzeigen

Andreas Glarner äussert sich auf Facebook abschätzig über Juso-Frauen. Viele User tun es ihm gleich. Jolanda Spiess-Hegglin will die übelsten Kommentar-Schreiber zur Rechenschaft ziehen.

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Mit diesem Bild warben Juso-Frauen für die Teilnahme am Woman's March in Zürich.

Mit diesem Bild warben Juso-Frauen für die Teilnahme am Woman's March in Zürich.

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Fünf Juso-Frauen, die ihre Büstenhalter verbrennen – mit diesem Foto machte die Jungpartei vergangene Woche auf den Woman's March in Zürich vom Wochenende aufmerksam.

Das Bild weckte offenbar auch das Interesse von Andreas Glarner. «Oh mein Gott - ist hier nicht Art. 258 des Strafgesetzbuches (Schreckung der Bevölkerung) erfüllt?», schreib der Aargauer SVP-Nationalrat auf Facebook.

Glarners Facebook-Post animierte zahlreiche User zu einem eigenen Kommentar. Die meisten waren wenig schmeichelhaft – gelinde gesagt. Bemerkungen wie «Geisterbahn!» oder «ein Grund mehr, keine Frauenquoten zu unterstützen» gehören noch zur harmloseren Sorte.

Die Kritik von der Gegenseite folgte postwendend. «Traurig wie ein Nationalrat solch einen Hass gegenüber anderen Politikerinnen zulässt...», befand ein User. Allzu kritische Voten seien gar blockiert worden, wie «watson.ch» berichtet.

 Andreas Glarner provoziert auf Facebook heftige Kommentare – Jolanda Spiess-Hegglin will die Verfasser der schlimmsten Exemplare anzeigen.

Andreas Glarner provoziert auf Facebook heftige Kommentare – Jolanda Spiess-Hegglin will die Verfasser der schlimmsten Exemplare anzeigen.

zvg/Archiv

Anzeige wegen Ehrverletzung

Einige der Kommentarschreiber haben sich nach Ansicht von Jolanda Spiess-Hegglin zu weit aus dem Fenster gelehnt. Mit ihrem Verein #NetzCourage, der sich dem Kampf gegen Cybermobbing verschrieben hat, will die Zuger Politikerin nun einige der Verfasser anzeigen.

«Rund 70 Kommentatoren haben sich wegen Ehrverletzungsdelikten oder Vergewaltigungsandrohung wohl strafbar gemacht», sagte Spiess-Hegglin gegenüber «20 Minuten». Sie habe Glarner per SMS vergeblich darum gebeten, seinen Post wieder zu löschen.

Andreas Glarner sei von der Zahl und der Heftigkeit der Kommentare selbst überrascht gewesen. Jene, die «wirklich unter der Gürtellinie» waren, habe er gelöscht. (cze)