Nach Fall Buttet
Sexismus-Debatte: Adrian Amstutz sorgt für Eklat in der SVP-Fraktion

Der Berner Nationalrat Adrian Amstutz attackiert seine Genfer Kollegin Céline Amaudruz. Weil sie öffentlich sagte, dass Frauen auch im Bundeshaus belästigt würden.

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Der Berner Nationalrat Adrian Amstutz, (Archivbild)

Der Berner Nationalrat Adrian Amstutz, (Archivbild)

Keystone/ANTHONY ANEX

Dienstagnachmittag im Fraktionszimmer der SVP: Auf der Tagesordnung steht eine Aussprache über den Fall Yannick Buttet (40). Der Berner Nationalrat Adrian Amstutz (64) attackiert seine Genfer Kollegin Céline Amaudruz (38) – sie hätte sich nicht öffentlich über Angelegenheiten des Walliser CVP-Nationalrates äussern dürfen, das schade der SVP, so der frühere Fraktionschef scharf.

Amaudruz reagiert entsetzt. Sie verlässt den Saal unter Tränen. Die Juristin hatte in Interviews erklärt, dass Frauen auch im Bundeshaus belästigt würden, ein Ratskollege habe ihr gegenüber «eine unangemessene Bewegung» gemacht. Weiter sagte die SVP-Vizepräsidentin, sie steige «mit gewissen Leuten nicht mehr in den Lift».

Der Freiburger Jean-François Rime (67), der neben der Westschweizerin im Nationalrat sitzt und sie seit Jahren gut kennt, will Amstutz nicht unkommentiert lassen. Rime zu SonntagsBlick: «Diese Aussagen waren inakzeptabel. Ich musste mich für Céline wehren!»

Céline Amaudruz sei eine hochanständige, geschätzte Kollegin und ein wichtiges Aushängeschild der SVP – gerade in der Romandie. «Wenn sie im Bundeshaus belästigt wird, ist das nicht ihr Fehler, sondern der von jener Person, die aufdringlich wird.»

Es sei das Recht von Amaudruz, auf Missstände aufmerksam zu machen – auch gegenüber der Öffentlichkeit. «Das musste ich loswerden», sagt Rime. Er habe in der Fraktionssitzung deutsch gesprochen, damit ihn auch sicher alle verstehen, so der Präsident des Gewerbeverbandes.

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