Krieg

Serbisches Parlament entschuldigt sich für Srebrenica-Massaker

Frau aus Srebrenica gedenkt der Opfer des Massakers von 1995

Frau aus Srebrenica gedenkt der Opfer des Massakers von 1995

Serbiens Parlament hat sich für die Ermordung Tausender bosnischer Muslime in Srebrenica 1995 entschuldigt. In einer nach 13-stündiger Debatte angenommenen Resolution drücken die Abgeordneten ihr Mitgefühl mit den Opfern aus.

Die Parlamentarier entschuldigen sich dafür, dass seinerzeit nicht genug unternommen wurde, um das Massaker zu verhindern. Von einem "Völkermord" ist in der Resolution nicht die Rede.

Die von der pro-europäischen Regierung von Ministerpräsident Boris Tadic eingebrachte Resolution wurde mit den Stimmen von 127 der 173 anwesenden Abgeordneten verabschiedet. Die Opposition kritisierte, dass der Text der gesamten serbischen Bevölkerung die Schuld an dem Massaker in Srebrenica gebe. Für einige Anhänger der Regierungskoalition ging die Entschuldigung indes nicht weit genug.

In der Srebrenica-Resolution verspricht das serbische Parlament ausserdem eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem UNO-Kriegsverbrechertribunal und hebt die Bedeutung der Festnahme des mutmasslichen Kriegsverbrechers Mladic hervor.

Die Koalition von Demokraten und Sozialisten im serbischen Parlament hofft, mit der Verabschiedung der Resolution die Europäische Union (EU) und Investoren für das Land einzunehmen.

Das Massaker an rund 8000 Muslimen in der UNO-Schutzzone Srebrenica gilt als schlimmste Grausamkeit in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Täter waren Soldaten der bosnischen Serben unter Führung des Generals Ratko Mladic, der noch immer auf freiem Fuss ist.

Serbien hat im Dezember die Mitgliedschaft in der EU beantragt. Aufnahmegespräche sollen aber erst dann beginnen, wenn Mladic dem internationalen Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellt ist. Der von vielen Serben nach wir vor als Held verehrte Mladic soll sich in Serbien versteckt halten.

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