Der serbische Präsident Boris Tadic hatte diese Woche in Brüssel erklärt, der EU-Beitritt sei ein strategisches Ziel seines Landes. Diese Ambition erhielt einen kleinen Dämpfer, als sich Rumänien anfangs Woche bei der Anerkennung des Kandidatenstatus für Serbien kurz quer stellte.

Nachdem die beiden Länder am Donnerstag ein Abkommen zum Minderheitenschutz in Serbien unterzeichneten, konnten die 27 Staats- und Regierungschefs den Kandidatenstatus Serbiens offiziell bestätigen. Der ständige Ratspräsident Herman Van Rompuy sprach danach von einem "ausserordentlichen Erfolg".

Auf einen Termin für den Beginn der Beitrittsverhandlungen wollte sich allerdings niemand festlegen. Denn der Schritt vom Kandidatenstatus bis zu den effektiven EU-Beitrittsverhandlungen kann durchaus Jahre in Anspruch nehmen.

Tadic sieht auf dem Weg in die Europäische Union noch viel Arbeit vor sich. In einer in Belgrad veröffentlichten Erklärung begrüsste er die Entscheidung des EU-Gipfels. Dies eröffne den Weg "zu Fortschritt und Wohlstand", erklärte Tadic. Es sei aber noch "viel Arbeit zu tun, um in die Beitrittsverhandlungen einzusteigen".

Dies sei die nächste Hürde, die auf dem Weg zu einer Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union zu nehmen sei. Die Bürger Serbiens hätten die ganze Last der Reformpolitik zu tragen, die eine demokratische Gesellschaft etablieren solle, welche die Menschenrechte und die Minderheiten im Land respektiere.