Beat W. Zemp (59), Präsident des Lehrerverbandes, bestätigt im «SonntagsBlick»: «Geschlechtergetrennter Abteilungsunterricht in einzelnen Fächern und für einzelne Module ist an Schweizer Schulen neu.»

Der Vorteil dabei, wie neue Studien belegen: Mädchen und Buben lernen besser, wenn sie unter sich bleiben. Manche Forscher gehen sogar davon aus, dass die Mädchen in gemischten Klassen benachteiligt werden, weil Lehrer den Buben mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen.

Vorreiter beim getrennten Unterricht ist das Basler Gymnasium Bäumlihof. Wenn sie das Gefühl haben, dass es das Lernen fördert, dürfen Lehrer ihre Klassen für eine bestimmte Zeit nach Geschlechtern getrennt unterrichten. Getrennt werden die Schüler in den Fächern wie Chemie oder Physik unterrichtet. Das sei ein Versuch der Schule, mehr Mädchen für ungeliebte Disziplinen wie Naturwissenschaft und Technik zu begeistern.

Doch auch in Zürich gibt es bereits in der Primarschule getrennte Lektionen.

Früher wurden Mädchen und Buben nicht nur getrennt unterrichtet, sondern sie besuchten auch unterschiedliche Fächer: die Buben Mathe, Latein oder Naturwissenschaften, die Mädchen Handarbeit, Hauswirtschaft oder Religion. Die Frauenbewegung kämpfte dafür, dass Mädchen gleiche Chancen an der Volksschule bekommen und beide Geschlechter gemeinsam unterrichtet werden. Seit 1981 ist dies in der Verfassung verankert. Seither gilt an den Schweizer Volksschulen das Koedukationsprinzip. (fam/az)