Seon
Seon will Heizzentrale für 5 Mio.

Rund 5 Millionen Franken kostet die Gemeinde Seon eine neue Heizzentrale samt zugehörigem Nahwärmeverbund. Am Freitag entscheidet das Stimmvolk über den Kredit für den künftigen Eigenwirtschaftsbetrieb.

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Standort Heizzentrale

Standort Heizzentrale

Aargauer Zeitung

Fritz Thut

In den Versammlungsunterlagen ist von einem Kreditbegehren von 5,067 Millionen Franken, doch an der Gmeind vom Freitag wird wohl über eine etwas reduzierte Summe entschieden. «Einige Einfamilienhäuser, die Interesse am Wärmeverbund bekundeten, werden aus wirtschaftlichen Gründen nicht angeschlossen», so Gemeindeammann Heinz Bürki.

Auch mit einem Umfang etwa 4,7 Mio. ist das Projekt immer noch recht gross. Verschiedene öffentliche Gebäude wie die Dreifachturnhalle und das Altersheim (wo beidenorts die bisherigen Anlagen für teures Geld umfangreich saniert werden müssten) werden angehängt. Zudem wurden mit rund 40 Besitzern von Privatliegenschaften (darunter etliche Mehrfamilienhäuser) Vorverträge ausgehandelt.

Die künftigen Wärmebezüger wissen also, was in Sachen finanzieller Belastung auf sie zukommt, auch wenn - anders als ursprünglich geplant - an dieser Gmeinde über das entsprechende Reglement noch nicht befunden werden kann.

Mehr Raum für die «Plansee»

Die Seoner Gemeindeversammlung entscheidet an der Gemeindeversammlung vom 12. Juni über die Erweiterung der Spezialzone Strigel im Dorfteil Retterswil. Dabei geht es darum, der Firma Plansee Powertech AG, einem wichtigen Steuerzahler und Arbeitgeber für Seon, mehr Raum für eventuelle Erweiterungen zu geben. Die aktuelle Spezialzonenfläche von 32,5 Aren soll um gut 27 Aren erweitert werden. Das Baudepartement hat festgehalten, dass die Vorlage «grundsätzlich rechtmässig ist, mit dem Richtplan übereinstimmt und die kantonalen und regionalen Interessen angemessen berücksichtigt». Laut Gemeindeammann Heinz Bürki geht es vorerst nicht um eine grosse Betriebserweiterung, sondern um die Arrondierung von Parkplätzen und Lagergebäuden. (tf)

Energie aus dem eigenen Wald

Die Heizzentrale soll anstelle des gemeindeeigenen «Isachhauses» an der Oberdorfstrasse 45 erstellt werden. Geplant ist der Einbau von Nassschnitzelheizungskesseln auf dem neuesten Stand der Technik. Selbstredend entspricht die Anlage den aktuellen Auflagen der Luftreinhalteverordnung.

Diese Kernstücke der neuen Heizzentrale können also - im Gegensatz zu den bisherigen Seoner Schnitzelanlagen - ungetrocknetes Holz verwenden. «Das Lagern entfällt», streicht Bürki einen weiteren Vorteil hervor und weist auf die Tatsache, dass hier Liegenschaften mit nachwachsender «Energie aus dem eigenen Wald» mit Wärme versorgt werden können. Die Heizzentrale wird von der Einwohnergemeinde später als Eigenwirtschaftsbetrieb geführt. Deshalb wird der Kredit entsprechend verzinst.

Parkplätze für Bäckerei

Für fast eine halbe Million Franken kann die Gemeinde Seon der Bäckerei-Konditorei Studler AG in Seengen die Parkplatzparzelle verkaufen, die nördlich des «Sternen»-Kreisels entstanden ist. Die Bäckerei Studler plant in der angrenzenden Liegenschaft (in der bisher ein Reisebüro seine Dienste anbot) eine Filiale mit Verkaufsladen und Café.

Damit käme Seon nach dem Konkurs der bisherigen Bäckerei wieder zu einem Brotladen. «Ein Dorf wie wir braucht doch eine Bäckerei», ist Bürki überzeugt und sieht den Verkaufsvertrag als Starthilfe. Mit dem vereinbarten Verkaufspreis habe man zudem die damals erfolgten Investitionen wieder «hereingeholt».

Gemäss mündlicher Zusage gegenüber dem Gemeinderat stünden die meisten Parkplätze auch künftig der Öffentlichkeit zu Verfügung. Ein Baugesuch für den Umbau liegt noch nicht vor.

Erfreulicher Rechnungsabschluss

Die Traktandenliste der Seoner Einwohnergemeindesammlung umfasst weitere interessante Punkte: Die Reglemente für die Anschlussgebühren der Elektrizitätsversorgung und das Abwasser wurden neu formuliert, ohne dass sich für die Betroffenen substanzielle Änderungen ergeben. Neun Personen aus Serbien und Montenegro sowie der Türkei stellen ein Einbürgerungsgesuch.

Am Anfang der Versammlung können die Seoner von einer erfreulichen Rechnung 2008 Kenntnis nehmen. Die zusätzlichen Abschreibungen von über 800 000 Franken sind gemäss Ammann Bürki «der guten Budgetdisziplin und Mehreinnahmen bei den Steuern» zu verdanken: «Grund zur Euphorie besteht aber keine.»