Andreas Tschopp

«Wenn es einem nicht (so) gut geht, denkt man an die Zukunft», sagte Turgis Gemeindeammann Theo Wenger vor den rund 60 Personen, die zum Infoabend über den Bericht der Arbeitsgruppe «Zukunft Turgi» erschienen waren. Wie die AZ berichtet hat, ist diese Arbeitsgruppe zum Schluss gekommen, dass Turgis Zukunft eindeutig in Baden liegt. Deshalb möchte der Gemeinderat Verhandlungen aufnehmen für einen Anschluss an die Stadt. Diese hat sich in einer erste Reaktion grundsätzlich offen gezeigt gegenüber den Avancen von Turgi, diese aber zumindest zeitlich etwas abgebremst.

Weichen rechtzeitig stellen

Ein Anschluss sei frühestens auf 2016 oder 2018 möglich, wurde Turgi von Baden beschieden. Dies wurde moniert von einem Votanten, der sich fragte, ob Turgi dann wohl noch willkommen sei. Ansonsten wurden die Absichten des Gemeinderates sehr gut aufgenommen. Arbeitsgruppenmitglied Mario Broggi, der sich zuvor kritisch gegenüber dem Neubau der Sprachheilschule auf dem Bez-Areal geäussert hatte, wollte der Schule gleich das Gemeindehaus zur Verfügung stellen.

Dieses bleibe hoffentlich als Aussenstelle erhalten, meinte dazu Theo Wenger. Der Gemeindeammann betonte, dass der Rat mit dem Richtungsentscheid seine Führungsverantwortung wahrgenommen habe, denn: «Jetzt haben wir die Möglichkeit, noch selber die Weichen stellen zu können.» Der Erhalt der Eigenständigkeit sei zwar möglich, doch müssten dafür finanziell weitere Opfer gebracht werden, sagte der Gemeindeammann.

Identität als Stadtteil wahren

Wenger verhehlte nicht, dass er - und mit ihm die Arbeitsgruppe - einem näheren Zusammengehen mit den Nachbarn Gebenstorf (zu dem Turgi bis vor 125 Jahren gehörte) und/oder Untersiggenthal nicht viel abgewinnen könnten. «Ich kann mir den Geelig als Zentrum einer neuen Gemeinde nicht vorstellen», meinte Turgis Ammann. Es müssten zudem eine neue Identität und ein neuer Name für die Fusionsgemeinde gefunden werden.

Wengers Fazit ist daher klar: «Wenn wir nach Baden gehen, bleiben wir am besten uns selbst, und Turgi kann dort seine Identität als selbstbewusster Stadtteil wahren». Ein Zusammenschluss am Wasserschloss wäre auch bloss ein Zwischen-schritt, so Vizeammann Anton Burgener, der betonte: «Wir sind nicht nur schlecht, sondern haben auch etwas zu bieten.»