SP Lengnau
«Seither ist nichts mehr passiert»

Die Sozialdemokraten und die Interessengemeinschaft Wasserkraft Lengnau verstehen nicht, wieso der Gemeinderat mit dem Projekt Kleinwasserkraftwerk nicht vorwärts- macht. Gemeindepräsident Max Wolf verteidigt das Vorgehen der Behörde.

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Kleinwasserkraftwerkes in Lengnau

Kleinwasserkraftwerkes in Lengnau

Grenchner Tagblatt

Ende 2007 hat der Gemeinderat Lengnau 7500 Franken gesprochen. Für diesen Betrag konnte die Interessengemeinschaft (IG) Wasserkraft eine Machbarkeitsstudie für die Nutzung der Wasserkraft in Lengnau in Auftrag geben (wir berichteten). Diese kostete 2900 Franken und liegt längst vor.

«Seither ist nichts mehr passiert», hiess es an einer Informationsveranstaltung der SP Lengnau, die sich für eine ökologische und preiswerte Stromversorgung engagiert. Da Steckdosen nicht von Parteifarben anhängig sind, waren zum Anlass im «Hirschen» ausdrücklich alle Lengnauerinnen und Lengnauer eingeladen.

Heute viel rascher am Ziel

Zwei Mitglieder der IG stellten den Interessierten das Projekt ausführlich vor: Karl Renfer (FDP) und Mario Ghisoni (SP). Renfer war wie immer ausgezeichnet vorbereitet und dokumentiert. Er berichtete unter anderem von der Familie Schläppi, Sägereibesitzer in Lenk. Damit die Konzession zur Wasserkraftnutzung nicht verloren ging, musste ein neues Kleinwasserkraftwerk gebaut werden. Von 1993 bis 1998 dauerte die Planung und das Ringen mit dem Amtsschimmel. Mit dem neuen Elektrizitätsmarktgesetz gehe die Planung viel schneller und die administrativen Hürden seien viel einfacher, wusste Renfer zu berichten. Und: «Turbinen werden heute in Italien und Tschechien gebaut - mit Patenten der Firma Sulzer aus der Schweiz. Hingegen kann die Turbinensteuerung in der Schweiz, bei der Firma Kobel in Affoltern im Emmental, beschafft werden.»

Wirtschaftlichkeit genauer prüfen

Mario Ghisoni gab zu bedenken, dass die BKW sich für jede Quelle zur Wasserkraftnutzung interessiert, weil es dafür 27,5 Rp. pro Kilowattstunde gibt. Grossrat Ueli Scheurer (SP/Lengnau) fügte bei: «Wegen eines strategischen Energiekonzepts darf dieses Projekt nicht auf die lange Bank geschoben werden. Das Kleinwasserkraftwerk braucht wirklich kein Gesamtkonzept.» Gemeindepräsident Max Wolf stellte die Sicht des Gemeinderates und der Verwaltung dar.

Fazit des Informationsabends: Obwohl mit der Trinkwasserversorgung in Lengnau laut der Machbarkeitsstudie genügend Potenzial vorhanden ist, um ein Kleinwasserkraftwerk mit Gewinn betreiben zu können, ist für die Behörde noch nicht alles ausreichend abgeklärt worden. Erst eine konkrete Planung mit Kosten von etwas über 5000 Franken könne detailliert über die Wirtschaftlichkeit der Anlage Angaben machen. (VBL)