Seengen Vermessung
Seengen wird neu vermessen

Der rote Bus des Vermessungsbüros Flury AG ist aus der Gemeinde Seengen nicht mehr wegzudenken. Die Mitarbeiter des Lenzburger Ingenieurunternehmens erheben zurzeit Daten für die neuen Grundbuchpläne.

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Die amtliche Vermessung Seengen datierte ursprünglich aus den Jahren 1903 bis 1906. Sie wurde damals von Hand auf 33 Kartonpläne gezeichnet. In späteren Zweitvermessungen wurden einzelne Teile des Vermessungswerks erneuert und auf Aluminiumplatten aufgetragen. Diese Pläne wurden beim Nachführen stark beansprucht und sind nicht mehr zeitgemäss. Unter anderem mussten ungültige Grenzverläufe radiert und neue gezeichnet werden und viele
neue Gebäude ergänzt werden. Der Kanton schrieb die amtliche Vermessung der Gemeinde öffentlich aus und vergab die Arbeiten an die Firma Flury AG.

Deren Mitarbeiter überprüfen im erweiterten Baugebiet sämtliche Grenzzeichen und stellen diese falls notwendig wieder instand. Anschliessend werden die Grenzpunkte sowie alle Kulturgrenzen und sonstigen Objekte neu eingemessen. Im Flurgebiet wird lediglich eine so genannte Katastererneuerung durchgeführt. Das heisst, die alten Messungen werden im Büro neu berechnet.

Auch GPS ist ein Arbeitsinstrument

Als Grundlage erneuerten die Vermessungstechniker im ganzen Gemeindegebiet das Fixpunktnetz und vermassen dieses mithilfe von GPS und konventionellen Messmethoden. Mitte Jahr wurde mit den Feldaufnahmen der Grundstücke begonnen. Für die verschiedenen Arbeiten müssen die Vermessungstechniker öfters private Grundstücke betreten.

Im Anschluss an die Feldarbeiten wertet die Vermessungsfirma die erhobenen Daten im Büro aus. Die amtliche Vermessung steht danach als digitaler Datensatz zur Verfügung. Schliesslich werden die neuen Grundbuchpläne von Seengen gedruckt und öffentlich aufgelegt. Die Grundeigentümer
erhalten so die Möglichkeit, die neuen Pläne zu sichten und allenfalls Rechtsmittel zu ergreifen.

Daten besser zugänglich

«Ist nicht bereits alles vermessen?», werden Vermessungsfachleute während ihrer Tätigkeit oft gefragt. Das sei richtig, bestätigt das Ingenieurbüro. Bisher sei die Vermessung jedoch nur auf originalen Plänen beim Geometer verfügbar gewesen. Mit der Fertigstellung der neuen digitalen Vermessung könnten die Daten allen interessierten Personen einfach zugänglich gemacht werden. «Für die Planung eines Bauvorhabens kann ein digitaler Datensatz bestellt werden.»

Zudem wird der gesamten Bevölkerung die amtliche Vermessung über Geodatenportale im Internet zugänglich gemacht und es kann in Zukunft beispielsweise auf einfache Weise ein Informationsplan für das eigene Grundstück ausgedruckt werden. (az)