Vom Deal profitierten beide: Die IT-Firma erhielt Aufträge zu überhöhten Konditionen, der Seco-Ressortleiter strich grosszügige Geschenke wie Reisen oder VIP-Tickets für Fussballspiele ein. Den Schaden in Millionenhöhe ging auf Kosten des Bundes. Nun macht der «Tages-Anzeiger» publik, dass seit Anfang eine Person in Untersuchungshaft ist.

Dabei handle es sich um den Ressortleiter, der unter Korruptions- und allenfalls auch unter Betrugsverdacht steht. Andere beteiligte Personen sind bisher nicht in Haft, wie die Bundesanwaltschaft bestätigt.

Obwohl der Fall bereits letzte Woche öffentlich wurde, läuft die Administrativuntersuchung im Wirtschaftsdepartement (WBF) erst jetzt an. Der Auftrag wurde extern vergeben. Mit Ergebnissen sei frühestens im Sommer zu rechnen, heisst es beim WBF.

Der Präsident der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats, Rudolf Joder (SVP/BE), äusserte sich am Donnerstag kritisch zum zögerlichen Vorgehen des Departements. Dieses sei nicht nur unverständlich, sondern könne auch dazu führen, dass Spuren verwischt würden. Die Administrativuntersuchung müsse "unverzüglich gestartet werden", sagte Joder.

Parallel zur geplanten Untersuchung im SECO laufen Untersuchungen in den Kantonen Zürich und Zug sowie in der Stadt Zürich - denn zu den Kunden des IT-Unternehmens gehörten neben der Bundesverwaltung auch mehrere Kantone und Gemeinden. (nch/sda)