Seit vorgestern fliesst der Verkehr auf der Autobahn A1 zwischen den Verzweigungen Härkingen und Wiggertal auf sechs Spuren. Doch weitergehende Ausbauten der A1 auf sechs Spuren, wie diese Woche vom Aargauer Kantonsparlament gefordert, hält Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) für unrealistisch: «Die gesamte A1 auf sechs Spuren auszubauen, ist nicht sinnvoll – wir müssen gezielt dort investieren, wo es die gravierendsten Engpässe gibt.»

Im Interview mit der «Schweiz am Sonntag» sagt die Verkehrsministerin, es fehlte an Mitteln für die Beseitigung von Engpässen. Nach dem Volks-Nein zur 100-Franken-Vignette hiess es, der Benzinpreis werde über die Mineralölsteuer erhöht werden. Nun zeichnet sich folgendes Vorgehen ab: «Wir werden wohl nicht auf einen Schlag 12 bis 15 Rappen aufschlagen können, sondern etappenweise», sagt Leuthard. Dies habe der Bundesrat schon in der Vernehmlassungsvorlage als denkbaren Weg dargelegt.
Erstmals äussert sich die Bundesrätin zur Volksinitiative für Tempo 140 auf Autobahnen: «Das kann man wünschen, aber es ist unrealistisch. Ich bin schon froh, wenn man auf längeren Abschnitten 120 fahren kann.»