Schlechtes Wetter hatte die Suche nach dem Vermissten behindert, wie Präfekt Georges-François Leclerc am Mittwoch sagte. Die Leichen der anderen vier Männer und einer Frau im Alter von 30 bis 40 Jahren waren zuvor von einem Suchteam der Hochgebirgsgendarmerie entdeckt worden.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war die Gruppe 250 Meter tief auf einen Gletscher gestürzt. Wie es zum Sturz kam, war zunächst unklar.

Die von einem Bergführer begleitete Bergsteigergruppe war am Dienstagmorgen zu ihrem Trainingskurs an der 3901 Meter hohen Aiguille d'Argentière losgezogen. Sie hätte noch am gleichen Abend wieder zurück in der auf rund 2700 Meter Höhe gelegenen Argentière-Hütte sein sollen.

Als dies nicht geschah alarmierte der Hüttenwart die Bergretter. Die Suche wurde gegen 20.30 Uhr begonnen, musste aber wegen schlechten Wetters unterbrochen werden, wie die Präfektur bekanntgab.

Keine schwierige Route

Ein vierköpfiges Suchteam nahm am Mittwoch um 8.30 Uhr seine Arbeit wieder auf, musste aber wegen des noch immer schlechten Wetters weitgehend auf die Unterstützung des Helikopters verzichten. Etwa eine halbe Stunde später fanden sie zwischen 3500 und 3700 Metern die fünf Leichen.

"Das ist eine klassische Route, die überhaupt nicht schwierig ist", erklärte der Vizepräsident der Bergführerorganisation SNGM, Christian Trommsdorff, dem Sender France Info. An der Unglücksstelle gebe es zwar eine Steigung von etwa 40 Grad. Kompliziert sei der Aufstieg aber nicht. Die Tour war von der französischen Sportorganisation UCPA angeboten worden.

Es war eines der folgenschwersten Unglücke im Mont-Blanc-Massiv der vergangenen Jahre. Im Juli 2012 waren neun Alpinisten am Mont Maudit von einer Lawine erfasst und getötet worden. Vier Jahre zuvor ereilte acht Berggänger am Mont Blanc du Tacul das gleiche Schicksal. Bei diesen zwei Unglücken waren auch Schweizer unter den Toten.