Sechs von zehn Pensionskassen weisen eine Unterdeckung auf

Pensionskassen in der Krise

Pensionskassen in der Krise

Die Pensionskassen leiden unter der Finanzkrise: Fast sechs von zehn Vorsorgeeinrichtungen der 2. Säule weisen nach einer Berechnung des Bundes gegenwärtig eine Unterdeckung auf. Doch die Forderung nach raschen Sanierungsmassnahmen stösst auf Widerstand.

In der gegenwärtig unsicheren Situation sei es nicht ratsam, nur auf eine Erholung der Finanzmärkte zu hoffen, hält das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) zu seiner Berechnung fest.

Eine Modellrechnung des BSV zeigt, dass auch bei einer guten Entwicklung der Aktienmärkte ein Grossteil der Pensionskassen nicht aus der Unterdeckung finden könnte: Selbst wenn die risikoreichen Anlagen während dreier Jahre jeweils um 10 Prozent steigen würden, befänden sich immer noch 40 Prozent der Kassen in Unterdeckung.

Angesichts des drohenden Referendums spricht sich das BSV dafür aus, die geplante Senkung des Mindestumwandlungssatzes nicht zu verzögern. Im Dezember hatte das Parlament beschlossen, den Satz, mit dem die Rente aus dem Alterskapital errechnet wird, zu senken. Von derzeit 7,05 Prozent für Männer und 7 Prozent für Frauen soll er bis 2015 auf 6,4 Prozent sinken.

Auf die Empfehlung des Bundes fällt die Reaktion der Gewerkschaften scharf aus: Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) sprach von unnötiger Panikmache. Die Gewerkschaft Unia hält die Sanierungsmassnahmen für gefährlich und überstürzt. Der Arbeitnehmerverband travail.suisse verlangte Augenmass.

Am kommenden Mittwoch sollen 150 000 Unterschriften für ein Referendum gegen die Senkung des Mindestumwandlungssatzes eingereicht werden, wie SGB und Unia mitteilten. Am Refendendum beteiligten sich zahlreiche Gruppierungen.

Die Vorsorgeeinrichtungen, die eine Unterdeckung aufweisen, müssen ihrer Aufsichtsbehörde (Bund oder Kanton) bis Ende Juni darlegen, wie sie diese korrigieren wollen. Nach dem Gesetz muss eine Korrektur in der Regel innerhalb von fünf bis sieben Jahren erreicht werden. Maximal stehen zehn Jahren zur Verfügung.

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