Polizei Weiningen
Sechs Polizisten in Weiningen

Die Rahmenbedingungen stehen fest: Der seit langem geplante Polizeiverbund rechtes Limmattal soll als Zweckverband organisiert werden. Der neue Polizeiposten wird sich wohl in Weiningen befinden.

Merken
Drucken
Teilen
Police Weiningen

Police Weiningen

jk

Sandro Zimmerli

Der geplante und seit einigen Jahren diskutierte Polizeiverbund rechtes Limmattal nimmt allmählich Konturen an. In den letzten Tagen sind erste wichtige Entscheide gefällt worden. «An unserem letzten Treffen haben wir beschlossen, ohne Geroldswil weiterzumachen», sagt Hans-Ulrich Furrer, Weininger Sicherheitsvorstand und federführende Person hinter dem Polizeiverbund.

Die vier übrigen Gemeinden rechts der Limmat seien sich einig, so Furrer, dass das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung gestiegen ist. «Zwar übernimmt die Kantonspolizei bislang viele Aufgaben. Allerdings geht die Tendenz in die Richtung, dass sich die Kantonspolizei immer mehr spezialisiert und dass deshalb viele Aufgaben an die Gemeinden delegiert werden», hält er fest. Ein eigener Posten mit Regionalpolizisten sei daher eine gute Ergänzung zum Angebot der Kantonspolizei. «Ein solcher Posten ist die erste Anlaufstelle für die Bevölkerung», ist Furrer überzeugt.

Zu wenig Einfluss als Ausstiegsgrund

Der künftige Verbund wird folglich von Oberengstringen, Unterengstringen, Weiningen und Oetwil getragen. Der Geroldswiler Gemeinderat hatte seinen Verzicht bereits Anfang Juli mitgeteilt. Man entschied sich damals dem Verbund nicht beizutreten, stattdessen eine weitere Stelle für einen zweiten Polizeibeamten zu schaffen.

Begründet wurde der Entscheid mit finanziellen und organisatorischen Überlegungen. So sei zwar das Bedürfnis der Bevölkerung nach verstärkter Polizeipräsenz stark gestiegen. Mit einem regionalen Polizeikorps wären aber die Einsatzmöglichkeiten in Geroldswil eingeschränkt. Auch die Einflussmöglichkeiten auf Einsatzpläne und deren Abstimmung auf die Bedürfnisse der Gemeinde - beispielsweise Kontrollen auf dem Dorfplatz, den Freizeitanlagen und bei Veranstaltungen - würden deutlich geringer, liess der Geroldswiler Gemeindert verlauten.

Fast gleichzeitig mit dem Bekanntwerden des Entscheides von Geroldswil, kündigten zudem Schlieren und Dietikon den polizeilichen Zusammenarbeitsvertrag mit Weiningen, Geroldswil und Uitikon. In diesem Fall lautete die Begründung, dass der aus dem Jahr 1997 stammende Vertrag nicht mehr zeitgemäss sei. Auch dies, so Furrer, habe dazu geführt, dass man einen Entscheid über eine Weiterverfolgung der Idee eines regionalen Polizeiverbundes habe fällen müssen.

Neben dem Grundsatzentscheid, auch ohne Geroldswil an einem regionalen Polizeiverbund festzuhalten, wurden beim Treffen der vier übrigen Gemeinden weitere wichtige Rahmenbedingungen definiert. «Wir haben uns darauf geeinigt, dass der Verbund als Zweckverband organisiert werden soll. Ich habe jetzt die Aufgabe, einen Mustervertrag zwischen den Gemeinden auszuarbeiten», so Furrer. Es sei daher noch zu früh, um über den finanziellen Rahmen des Verbundes zu sprechen. «Konkrete Zahlen liegen erst vor, wenn der Mustervertrag fertig ist», erklärt er. Dieser Vertrag werde dann von den am Verbund beteiligten Gemeinderäten geprüft und komme, sobald alle Details geklärt seien, vors Volk.

Infrastruktur in Weiningen vorhanden

Personell sind die vier Gemeinden ebenfalls schon zu einer Einigung gelangt. «Wir sind übereingekommen, dass auf dem neuen Posten sechs Polizisten arbeiten werden», erklärt Furrer. Aus seiner Sicht sei dies das Minimum, um einen geregelten Betrieb zu gewährleisten. So müssten aus Sicherheitsgründen mindestens zwei Polizisten miteinander auf Patrouille gehen. Zumindest in der Nacht. «Bei sechs Polizisten ist das gewährleistet. Auch die Stellvertretungen können so geregelt werden», hält er fest.

Geregelt scheint auch die Standortfrage des neuen Polizeipostens. Dieser dürfte in Weiningen sein. «Ein Posten in Weiningen hat verschiedene Vorteile», so Furrer. Geografisch gesehen liege Weiningen in der Mitte des Verbundgebietes. Zudem verfüge Weiningen als einzige der vier Gemeinden heute schon über einen Gemeindepolizisten. «Auf unserem Polizeiposten haben wir ein eigenes Radargerät und Zugriff auf das Fahndungssystem der Kantonspolizei», sagt Furrer. Von der Infrastruktur, die ein neuer Posten benötige, sei also einiges vorhanden.