Nach den amtlichen Endergebnissen erhöhte die sozialdemokratisch ausgerichtete PS die Zahl der von ihr gestellten Bürgermeister von 110 auf 131.

Stärkste kommunale Kraft bleibt aber weiterhin die Sozialdemokratische Partei (PSD), die auf nationaler Ebene die wichtigste Oppositionspartei ist. Allerdings verlor die konservative PSD die Macht in 19 Städten und Gemeinden.

Sie stellt nur noch 138 von insgesamt 308 Bürgermeistern. In der Hauptstadt Lissabon behält PS-Bürgermeister Antonio Costa seinen Posten. Der PSD-Politiker Rui Rio bleibt in der nördlichen Metropole Porto an der Macht.

Die Wahlbeteiligung war geringer als erwartet, rund 40 Prozent nahmen nicht an der Abstimmung teil. Die Kommunalwahlen waren nach den Europawahlen im Juni und den Parlamentswahlen vor zwei Wochen bereits der dritte Urnengang binnen kurzer Zeit.

Sócrates hatte Medienberichte zurückgewiesen, wonach die Portugiesen "der Stimmabgabe überdrüssig" seien. Die Partei des Ministerpräsidenten hatte die Parlamentswahlen zwar mit 36,5 Prozent gewonnen, die 2005 errungene absolute Mehrheit jedoch deutlich verfehlt.

Die Kommunalwahlen wurden am Sonntag von einem politischen Mord überschattet. Ein Kandidat der Sócrates-Partei erschoss im Dorf Ermelo im Norden des Landes kurz vor Öffnung der Wahllokale den Ehemann seiner politischen Gegnerin. Die Wahl im 800-Einwohner-Dorf Ermelo wurde daraufhin auf nächsten Sonntag verschoben.

Der Täter flüchtete in einen Wald und wurde bisher nicht gefasst.