Ein Entwurf der Grünen und der Linken, Homosexuellen auch das Adoptionsrecht zuzugestehen, wurde jedoch abgelehnt.

Die Abstimmung verlief entlang der Parteigrenzen. Die linke Mehrheit stimmte dafür, die rechte Opposition dagegen. Nach der ersten Lesung wandert das Gesetz zurück in die Ausschüsse. Anschliessend gibt es eine Schlussabstimmung im Parlament.

Eine Abgeordnete des Linksblocks, Helena Pinto, kritisierte, dass Schwulen und Lesben ohne Adoptionsrecht weiterhin Bürger zweiter Klasse blieben. Sócrates wandte sich gegen das Adoptionsrecht, weil dies nicht das Recht eines Paares betreffe, sondern die Rechte eines Kindes.

Kurz vor der Abstimmung hatte Sócrates das Recht der Homosexuellen auf Eheschliessung im Namen von "Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit und Humanismus" verteidigt.

Der vorliegende Gesetzentwurf solle das jahrzehntelange Unrecht gegenüber Homosexuellen wiedergutmachen. Homosexualität wurde bis 1982 in Portugal als Straftat behandelt. Die Debatte dauerte insgesamt drei Stunden.

Die Homo-Ehe steht auch im Parteiprogramm der Sozialisten. Sócrates' Partei blieb nach der Wahl am 27. September zwar stärkste Kraft, verlor aber ihre absolute Mehrheit. Der Linksblock (BE), ein Zusammenschluss ehemaliger Maoisten, Trotzkisten und unabhängiger Linker, verdoppelte die Zahl seiner Mandate.

Die Debatte über die geplante Neuregelung in Portugal verlief relativ unaufgeregt - anders als vor der Neuregelung in Spanien 2005. Obwohl auch Portugal stark vom Katholizismus geprägt ist, gab die katholische Kirche frühzeitig zu erkennen, dass sie sich aus der Gesetzgebung heraushalten wolle.