Die Zahlen des Bundesamts für Statistik sprechen Bände: Rund ein Drittel aller Unfallfahrer von Motorrädern über 125 ccm haben ihren Führerausweis seit weniger als drei Jahren. Mehr als 10 Prozent aller Unfälle werden gar von Töfflenkern mit Lernfahrausweis verursacht.

Zwar bleiben die Unfallzahlen bei den erfahrenen Lenkern grosser Maschinen etwa gleich hoch. Jedoch nehmen Unfälle von Fahrern mit Lernfahrausweis weiter zu. Waren es 2011 noch 13 Prozent, machten sie letztes Jahr bereits 16 Prozent aller Unfälle aus.

Töffsaison-Start überfordert Autofahrer

Töffsaison-Start überfordert Autofahrer

Nicht nur ein schwerer Töffunfall in Boniswil demonstriert, dass die Fahrzeuglenker dieses Jahr noch nicht auf Motorräder vorbereitet sind.

Zudem waren 2015 von insgesamt 49 tödlich verunfallten Lenkern auf grossen Motorrädern 13 noch mit dem L unterwegs – also rund jeder vierte. Das zeigen statistische Erhebungen des Bundesamts für Strassen (Astra), die das Nachrichtenportal «20 Minuten» heute veröffentlichte.

Astra und BfU ergreifen Massnahmen

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) hat das Problem erkannt. Unter der Federführung des Astra sei bereits ein Massnahmenkatalog zur Optimierung der Fahrausbildung erarbeitet worden. «Unter anderem soll der Direktzugang zu grossen Motorrädern abgeschafft werden», erklärte Mario Cavegn von der BfU gegenüber «20 Minuten».

Bis 2003 mussten Neulenker zwei Jahre mit einer kleinen 125-ccm-Maschine der Kategorie A1 fahren, um grössere Motorräder der Kategorie A (über 125 ccm) fahren zu können. Per 1. April 2003 wurden diese Bestimmungen aber gelockert. Automobilisten über 25 konnten direkt die Prüfung für schwere Maschinen machen.

Nun will das Astra den Einstieg ins Töfffahren wieder erschweren. Weitere angedachte Massnahmen seien Anpassungen bei der Ausbildung von Motorradfahrern bezüglich Vorerfahrung, Mindestalter und Anforderungen. Die Vorschläge sollen noch dieses Jahr in die Vernehmlassung gehen.