Basel/Zürich

«Schweizerinnen schlitzen Kosovo-Albaner auf» – Zürcher Schulpfleger sorgt für rote Köpfe

Blumen und Kerzen am Tatort in Basel, wo ein siebenjähriger Schulbub Opfer eines Tötungsdelikts wurde. Bei der mutmasslichen Täterin, einer 75-jährigen Frau, bestehen Zweifel an der Schuldfähigkeit.

Blumen und Kerzen am Tatort in Basel, wo ein siebenjähriger Schulbub Opfer eines Tötungsdelikts wurde. Bei der mutmasslichen Täterin, einer 75-jährigen Frau, bestehen Zweifel an der Schuldfähigkeit.

David Herzog gibt zu, Wiederholungstäter zu sein. Schon mehrmals hat er auf das «Schlitzer»-Inserat der SVP aus dem Jahr 2011 Bezug genommen, wenn er gegen Rassismus kämpfte. Doch im jüngsten Falle im Zusammenhang mit dem getöteten Jungen (†7) aus Basel scheint er zu weit gegangen zu sein.

David Herzog kämpft gegen Rassismus. Der Präsident der Zürcher Piraten und Schulpfleger in Winterthur tut das sehr auf umstrittene Art und Weise. Und zwar, indem er das SVP-Inserat aus dem Jahre 2011 zitiert und den Sinn verdreht. 

Das Inserat sorgte 2011 für einen Aufschrei der Empörung.

Das Inserat sorgte 2011 für einen Aufschrei der Empörung.

Am Donnerstag hat es Herzog wieder getan: 

Anlass diesmal: Eine 75-jährige Schweizerin hat am Donnerstagmittag in Basel einen 7-jährigen Jungen kosovarischer Herkunft mit einem Messer tödlich verletzt. Die Frau stellte sich danach der Polizei. Ihre Zurechnungsfähigkeit wird derzeit abgeklärt.

Der Aufschrei nach Herzogs Tweet ist gross und die Reaktionen sind harsch: «Dieses Statement ist sowas von daneben und widerlich. Beschämend für einen Politiker und erst recht für einen Schulpfleger. Es wurde ein Kind getötet und eine Familie trauert. Mitgefühl scheint mir da angebracht», schreibt Twittererin Corine Turrini Flury.

Philipp Straehl schreibt: «Pietätlos.» 

Und Regula Stämpfli: 

Herzog gibt auf Twitter zu, Wiederholungstäter zu sein. Gelassen verweist zur Erklärung auf ein Statement, das er bei früherer Gelegenheit abgegeben hat: «Ich hasse es, bei jedem Verbrechen hoffen zu müssen, der Täter sei ein Schweizer, weil sonst die Ausländerfeinde wieder ihre abscheuliche Bauernfängerei betreiben können. Ich fände es super, würde die Herkunft des Täters keine Rolle spielen. Leider haben es die fremdenfeindlichen Kräfte in unserem Land aber geschafft, dass es das tut. Alle Zeitungen nennen bei jeder Straftat die Nationalität des Täters, als gäbe es eine Kausalbeziehung zwischen Nationalität und Straftat.»  

Schon damals schrieb er: «Leider kann ich aber auch nicht versprechen, dass dies nicht wieder vorkomme.» Das ist jetzt geschehen. 

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